„Ich hoffe, dass wir es alle gemeinsam schaffen, den Krieg abzuwenden“
Interview mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Rainer Rothfuß
Von Kartsen Montag
04.11.2026
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Rainer Rothfuß engagiert sich seit Jahren für eine Verständigung mit Russland. An der Parteispitze gibt es dazu Kontroversen. Im Interview mit Multipolar betont er, die überwiegende Mehrheit der Partei – „auch im Westen“ – sei dafür, den Konflikt mit Moskau zu entschärfen und Russland „als Wirtschaftspartner zurückzugewinnen“. Rothfuß äußert sich auch zum BSW sowie zu seinen Plänen in der Migrationspolitik.
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Multipolar: Herr Rothfuß, Sie sind seit 2023 Abgeordneter im Bundestag und dort menschenrechtspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, Obmann im Ausschuss für Menschenrechte sowie stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss. Sie blicken nicht auf eine lange Parteikarriere zurück, sondern kommen eigentlich aus der Wissenschaft. Bis 2015 waren Sie Professor für Politische Geografie und Entwicklungsländerforschung an der Universität Tübingen. 2016 starteten Sie dann die sogenannte „Druschba-Initiative“, die „Freundschafts- und Friedensfahrten“ nach Russland organisiert. Zunächst: Woher rührt Ihr Engagement für eine Freundschaft mit Russland?
Rothfuß: Das wurzelte in meiner wissenschaftlichen Tätigkeit an der Universität Tübingen, an der ich bis 2015 beschäftigt war. Dort habe ich mich intensiv mit der Entstehung von Feindbildern beschäftigt, die meistens die Grundlage für Konflikte bilden. Mir ist bei der Beobachtung des Maidan-Protests 2014, den man auch als Putsch bezeichnen kann, klar geworden, dass dies eine neue Stufe der Eskalation eines geopolitisch gewollten Konflikts zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil Europas mit dem gigantischen Russland, das weit nach Asien hineinreicht, darstellt. Ich hatte während meiner Zeit an der Universität Tübingen die Möglichkeit genutzt, den damaligen russischen Botschafter Wladimir Grinin im Rahmen einer Vorlesungsreihe zu Feindbildern in der internationalen Geopolitik einzuladen. In dieser Vorlesungsreihe hatte übrigens auch der Schweizer Historiker Daniele Ganser gesprochen.
Als ich die Juniorprofessur in Tübingen abgeschlossen hatte und wieder selbstständig tätig war, habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich mich weiter dafür einsetzen kann, dass der Frieden mit Russland bewahrt bleibt. Zur Sendung „KenFM Positionen Nummer 4“ hatte ich damals, 2016, die Idee, dass wir doch einfach in unsere Autos steigen und nach Russland fahren sollten, um die Russen kennenzulernen und ihnen klar zu machen, dass wir die Propaganda unserer politischen Lautsprecher nicht glauben und mit den Russen in Frieden leben wollen.
Diese Idee, deren Umsetzung ich alleine gar nicht hätte stemmen können, habe ich in der Sendung einfach in den Raum gestellt. Daraufhin haben sich sofort viele hilfreiche Geister und Aktivisten gemeldet – so wie Owe Schattauer, der Sergej Filbert mit ins Spiel gebracht hat. Filbert hat die Idee in Russland über seinen Youtube-Kanal „Stimme Deutschlands“ mit heute fast 800.000 Abonnenten verbreitet, und so ist die Idee ins Rollen gekommen. Das Logo von den Freundschafts- und Friedensfahrten – das Herz mit den deutschen und russischen Fahnen sowie der Friedenstaube davor – ist auf der Druschba-Fahne bis heute noch gängig auf Friedensdemos. Und es fahren auch heute noch jährlich Gruppen nach Russland.
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Siehe auch:
Landtag von Sachsen-Anhalt beschließt Antrag zur Beendigung des Ukraine-Krieges
Zeit-Fragen; Ausgabe Nr. 23, 27.10.2026
zf. Am 14. Oktober hat der am 6. September neu gewählte Landtag von Sachsen-Anhalt in einer Sondersitzung mit der Mehrheit der Stimmen aus den Landtagsfraktionen von AfD und BSW einen Antrag der beiden Fraktionen an die Landesregierung (Drucksache 9/31 vom 7.10.2026; siehe Kasten) beschlossen.
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Tumulte vor ukrainischem Geheimgefängnis „Keller 95“
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Redaktion von Global Bridge: Wer die Ukraine von eigenen Aufenthalten her kennt und auch die ukrainischen Medien aufmerksam beobachtet, der weiß natürlich, dass Präsident Wolodymyr Selenskyj – der nur noch Präsident ist, weil er die ordentliche Wahl eines neuen Präsidenten mit der Begründung „Krieg“ abgesagt hat – mit allen denkbaren und undenkbaren Methoden Opposition gegen seine diktatorische Führung zu verbieten und zu unterdrücken versucht. Aber es gibt Ereignisse, die sogar bis in westliche Medien hinein bekannt werden und die sonst im Westen verbreitete Verherrlichung der Ukraine als „Verteidigerin europäischer Werte“ deutlich durchkreuzen.
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Wirtschaftliche, politische und psychosoziale Folgen der Kriegsvorbereitung
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