Gedichte (05.11.2026)
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Träume
(19.10.2026)
Und wieder träumen die Kinder
von einer Mahlzeit
die satt macht
von einem Haus
das Schutz bietet
von einem Himmel
ohne Bomber
von einem Spielplatz
ohne Krater
Und wieder träumt der Tyrann
von einem Land
ohne Kinder
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Erinnerungen
(20.10.2026)
Wie ändert sich das Licht
in deines Herzens Stube
wenn deine Kindheit
heimlich zu Besuch kommt
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Versäumnisse
(23.10.2026)
Spuren verwischen
im Schnee
im Sand
ohne unsere Versäumnisse
Spuren verwischen
im Herzen
im Garten
durch unsere Versäumnisse
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Eigene Anteile
(23.10.2026)
So wie jener Vogel
der einst von einem Pfeil getroffen
darin seine eigene Feder erkannte
wirst du vielleicht auch begreifen
gewollt oder ungewollt
tatkräftig dazu beigetragen zu haben
dass die tyrannische Lebensweise
sich immer weiter perfektioniert
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Dein Beitrag
(24.10.2026)
Der Anfang
hat längst angefangen
Das Ende
entspricht nicht zwangsläufig
den Vorstellungen der Tyrannen
Wo stehst du
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Aufrecht
(29.10.2026)
Beim Verlassen des Gerichtssaals
sagte der Verurteilte gelassen:
Tyrannen und Schergen
sitzen auf wackligen Thronen
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Wir waren für das Leben
(03.11.2026)
Wenn der Krieg kommt
und die Leitungen schweigen
wenn keine Nachricht mehr
die andere erreicht
wenn wir nicht wissen
wer noch da ist
wer fehlt
wer auf Antwort wartet –
dann denkt an uns:
Wir haben
das Leben geliebt
nicht den Tod
nicht die Trümmer
nicht den Hass
Wir wollten nicht
dass Menschen verstummen
unter der Hand derer
die ihnen im eigenen Land
den Atem nehmen
Wir wollten nicht
dass Bomben von draußen
ihre Häuser finden
dass Drohungen und Sanktionen
ihr Leben schwerer machen
Wir dachten
an das Kind
das noch nicht wissen darf
wie kurz
eine Zukunft sein kann
Wir dachten
an die Frau
die ihre Tür öffnen sollte
ohne Angst
Wir dachten
an den Mann
der den Kopf
nicht senken muss
um leben zu dürfen
Wir wollten nicht viel:
Ein Leben
das niemandem genommen wird
Einen Morgen
der allen gehört
Vielleicht war das
zu viel verlangt
Aber wenn es
ein Traum war
dann war es
ein Traum vom Leben
Und wenn
unsere Stimmen
nicht mehr zu hören sind
wenn niemand mehr weiß
wo wir geblieben sind
dann soll wenigstens
dies bleiben:
Wir waren da
Wir haben gehofft
Und wir standen
bis zuletzt
auf der Seite des Lebens
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Die folgenden Gedichtbände können als PDF-Datei unentgeltlich heruntergeladen werden:
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