Naher Osten: Wer stoppt die Kriegsverbrechen? Interview mit Karin Leukefeld (09.09.2026)

„Gefragt zu den Aussagen Ben-Gvirs, sagte der Professor für Islamwissenschaften, Simon Wolfgang Fuchs, im Interview mit dem Deutschlandfunk, das sei mittlerweile ein «Diskurs, der relativ weit verbreitet» sei. «Ben-Gvir spricht vielleicht auch nur aus, was viele andere denken», so Fuchs, der Islam in Westasien und im Mittleren Osten an der Hebräischen Universität in Jerusalem lehrt. In Israel habe sich «das gesamte politische Spektrum inzwischen so stark verschoben», dass es keine Empörung über solche Aussagen gebe. Vielmehr seien sie «so weit normalisiert, dass man gleich wieder zur Tagesordnung übergeht.»

Zu den zahlreichen scharfen Kritiken aus Politik und in den Medien in Deutschland zu den Aussagen von Ben-Gvir sagte Fuchs, dass das «Bild von Israel in Deutschland überholt» sei. Frieden sei schon lange «kein Thema mehr im Wahlkampf», die Zeit des «Friedensprozesses» sei lange vorbei. «Auch die Opposition insistiert im Wahlkampf, dass sie genauso Härte zeigen wird gegenüber der Hamas, gegenüber Iran, dass es auch keinen palästinensischen Staat geben wird.» Die israelischen Partner «höflich» darauf hinzuweisen, dass «dieser palästinensische Staat weiterhin ein geteiltes Ziel» sei, so Fuchs, «dieser Zug ist längst abgefahren.»“

Naher Osten: Wer stoppt die Kriegsverbrechen?

Wo sind die Regierungen, die die Einhaltung des Völkerrechts einfordern

Interview mit der freien Journalistin und Nahost-Expertin Karin Leukefeld

Zeitgeschehen im Fokus, Ausgabe 14/2026

09.09.2026

Zeitgeschehen im Fokus Wie ernst muss man die Drohung Trumps nehmen, alle Staaten, die mit dem Iran zusammenarbeiten, zu sanktionieren? Was hat der Iran zu befürchten?

Karin Leukefeld Die Sanktionen der USA sind möglich, weil der überwiegende Aussenhandel der Länder über den US-Dollar abgerechnet wird. Deswegen ist für die Sanktionen auch das US-Finanzministerium zuständig.

Wenn ein Land beispielsweise Medikamente importieren will, so muss diese Bestellung über die jeweiligen Zentralbanken abgerechnet werden, und zwar in US-Dollar. Die Zentralbank des Iran ist von den USA sanktioniert, mit ihr darf also kein Handel in US-Dollar betrieben werden. Wenn der Iran etwas importieren will, geschieht das über Banken beispielsweise in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in der Türkei oder auch in Katar, wo es US-Dollar-Konten des Iran gibt.

Oder es geschieht über Finanzdienstleister, über die Geld von A nach B transportiert wird. Wenn die USA also andere Staaten dafür bestrafen wollen, weil sie Geschäfte mit dem Iran abwickeln, werden deren Zentralbanken oder dort ansässige Finanzdienstleister betroffen sein. Entweder sie stellen den Handel mit dem Iran ein, oder die USA verweigern ihnen den Handel in US-Dollar, was weitreichende Folgen für deren internationalen Handel hat.

Es gibt inzwischen unter den BRICS-Staaten und BRICS-Partnerländern Abkommen, den gemeinsamen Handel in den jeweiligen Landeswährungen abzurechnen. Damit ist der US-Dollar-Kreislauf durchbrochen, finanzielle und wirtschaftliche Sanktionen werden wirkungslos.

Zudem werden von den USA Reisebeschränkungen gegen Personen verhängt, ihre Konten werden gesperrt, Vermögen in den USA beschlagnahmt. Wenn ihre Computer über Microsoft laufen oder sie Google benutzen, haben sie ein Problem, weil diese Dienste den US-Sanktionen folgen und der Dienst blockiert wird.

Weiterlesen: https://zgif.ch/2026/09/09/naher-osten-wer-stoppt-die-kriegsverbrechen/

PDF: kl09092026

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Siehe auch:

Die Entlarvung der „Selbstverteidigung“-Heuchelei

Nun ist es offiziell: der israelische Kriegsminister Katz erklärte die ethnische Säuberung von Gaza als „einzige Lösung“. Was er nun für Gaza offiziell macht, ist seit vor 1948 die inoffizielle Politik der zionistischen Gruppen und aller daraus hervorgegangenen Regierungen Israels in Palästina.

Von Jochen Mitschka

04.09.2026

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Die Schweiz bekämpft den Völkermord—Mit Kunst in Zürich

Geri Müller (Palestine Arts Film Festival) im Gespräch mit Pascal Lottaz (Neutrality Studies)

01.09.2026

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United Nations; Special Rapporteur on the Palestinian territories occupied since 1967

https://www.ohchr.org/en/special-procedures/sr-palestine

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B’Tselem – The Israeli Information Center for Human Rights in the Occupied Territories

https://www.btselem.org

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Breaking the Silence

https://www.breakingthesilence.org.il

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Physician for Human Rights

Israel and the Occupied Palestinian Territory

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Al-Haq. Defending Human Rights

https://www.alhaq.org

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(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

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