Gedichte (04.09.2026)

Gedichte (04.09.2026)

Wandern im Nebel

(30.08.2026)

Wieder bin ich unterwegs

Der Nebel

hat die Felder genommen

und den fernen Horizont

Die Sonne

ist unsichtbar und doch da

Vor dem dichten Nebel

habe ich keine Angst

setze gelassen

einen Fuß vor den anderen

So findet ein Schritt den nächsten

Und irgendwann wird die Sonne

mich auch wiederfinden

֎

֎

Der neue Tag

(30.08.2026)

Die Sonne ist wieder da

Der Wald legt den Schlaf ab

Eine Wolke trägt den Regen

wie ein Geschenk

Und ich werde froh

andächtig, leise

wie eine Ranke

die sich ans Licht erinnert

֎

֎

Frei

(30.08.2026)

Der Morgen kommt

Die Sonne gibt sich hin

Licht, Wärme und ihre Güte

Ich weine vor Freude

und höre, wie sie sagt:

Aus Liebe kann Licht werden

Mache was du machen kannst

mit einem hellen Herzen

und bleibe frei

֎

֎

Umfassendes Glück

(30.08.2026)

Du wirst glücklich sein

sagen die Schergen

wenn du tust

was der Tyrann von dir verlangt:

Sprich weniger von Gerechtigkeit

vom heilsamen Handeln

Dann wird deine Welt

zum blühenden Garten

Ich sage gelassen:

Das wäre für mich

eine große Schande

ein enges Gefängnis

Denn ohne Liebe und Bewusstsein

wird mir

selbst das Süße zu Gift

֎

֎

Aus Erde

(31.08.2026)

Aus Erde kommen wir

Zur Erde gehen wir

Die Zeit trägt uns fort

macht uns zu Staub

in allen Weiten

Und doch

strömt die Liebe zum Leben

in uns

Vielleicht sind wir dieses Licht

diese Zärtlichkeit

in allen Horizonten

֎

֎

Der verbrannte Baum

(31.08.2026)

Am Wasser stehe ich

Das Feuer macht mich

Teilchen für Teilchen

zu Asche

Wenn mein Grün

hier nicht bleibt

trauert nicht

Weint nicht

Seht meine Asche

Sie wird die Erde

für die Küsse

des kommenden Frühlings

fruchtbar machen

Und den Weg

der als verschlossen galt

wird sie wieder öffnen

klar, rein und voller Leben

֎

֎

Lichtung

(31.08.2026)

für den Raben, die Maus und den Affen

Den Irrweg erkennen

die Blindheit des Denkens

die Grenzen des Verstandes

Erkennen

was im Nichtwissen gefangen bleibt

Den Ursprung finden

von Bedrängnis und Unglück

manchmal weit entfernt

vom Geschehen

Wenn der Aufstieg des Menschen

ein Lied wäre

und sein schwerer Weg

davon erzählen könnte

dann würden in seinem Neuwerden

zur Ehrung des alten Wesens

von Kosmos, Tier und Pflanze

hundert Flammen aufsteigen

und die hellsten Sterne der Rettung leuchten

֎

֎

Tauperlen

(01.09.2026)

Die Flügel meiner Träume

gab ich dem Septemberregen

der schon nach Herbst riecht

Die ganze Nacht

hielt er sie in seinen Händen

damit sie rein bleiben

unbeirrt

trotz der täglichen Sandstürme

aus Nachrichten

Und damit sie

den Flug nicht vergessen

Die Lieben sind unterwegs

֎

֎

Ruhe

(01.09.2026)

Unsere Ruhe

ist keine Müdigkeit

kein Schweigen

keine Erstarrung

Auch wenn die Toren dieser Zeit

umso lauter tanzen

Im stillen Meer

arbeitet die Tiefe

Da wächst etwas

das nicht aufhört

stark zu werden

Erinnert euch an die Stängel

im harten Winter:

Nackt, still

und doch

voll von dem Glauben

an den Frühling

֎

֎

Herbst, Brücke und Fluss

(01.09.2026)

Die Schönheit der Welt liegt darin

dass Frühling und Herbst

einander berühren

Beides darf sein

dieses und jenes

beieinander

Eine Brücke führt in die Welt

und näher zu den anderen

Vielleicht sind wir am schönsten

wenn wir einander

Brücken sind

Der Fluss trägt die Lebendigkeit

von Körper und Seele

in sich

und fließt

weiter

֎

֎

Mein Gelöbnis

(02.09.2026)

Die Zeit schlägt unerbittlich

an die Saiten des Lebens

Ich aber bleibe meinem Wort treu

Ich will aufrecht

mit meiner Stimme singen

von dem, was war

von dem, was ist

Für die Erde, unsere Mutter

Für den Fluss, der Leben schenkt

Und wenn ich singe

soll es nichts sein

als Liebe und Freude

֎

֎

Schmetterling

(02.09.2026)

Wenn euer Blick

meine Worte zum Leben erweckt

dann seht in ihnen

die Raupen meiner Kindheit:

genährt von Äpfeln

der Bewunderung für die Natur

von Birnen des Staunens

Pflaumen der Vorstellung

Trauben der Klarheit

Pfirsichen der Güte

und Kirschen des Miteinanders

Im Kokon der Lebenserfahrung

haben sie sich verwandelt

Nun fliegen sie

zu eurer Seelenwiese

Lasst sie trinken

vom Nektar eures Seins

und seht still

wie sie

leicht geworden

ihr Leben weitergeben

֎

֎

Die folgenden Gedichtbände können als PDF-Datei unentgeltlich heruntergeladen werden:

Bilder einer Reise

֎

Damawand

֎

Wenn die Liebe ruft

֎

Der Klang des Wassers Gang

֎

Es kommt auf dich an

֎

Blickwechsel. Lyrik, 2025

֎