Gedichte (04.10.2026)
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Schweig, du Kriegstreiber
(24.09.2026)
Schlag nicht, du Wahnsinniger
auf die Trommel des Krieges
Schweig, du Schwarzherziger
suche nicht in Krieg und Verbrechen
noch einmal deinen Glanz
Sieh nur
wie diese Öfen des Todes
jetzt von einem Ende der Welt
bis zum anderen
ihre Flammen schlagen
Was ist geschehen
mit jenem jungen, leichtfüßigen Reh
das voller Freude
durch die Weiten
seiner Wünsche und Sehnsucht sprang –
wie konnte ein einziger Schlag
es aufscheuchen
und zu Boden schlagen
Und jener Tropfen
der sich inmitten
so vieler Freuden gesammelt hatte –
warum blieb er
auf einem angstvoll zitternden Blick zurück
verband sich mit dem Wehklagen
und wurde zu einer salzigen Träne
Und jenes reine, aufrichtige Wort
das stolz in der Kehle erklang
wie die Töne einer Orgel –
warum musste es nun
so hässlich und ohrenbetäubend
zum Himmel emporsteigen
und dort verstummen
Und jener liebevolle Blick
der aus den Augen
nach Freundschaft und Nähe suchte –
warum musste er
wie trockenes Holz
Feuer fangen
in Flammen aufgehen
und zu Ruß werden
Und jenes Haus
des Glücks und der Geborgenheit
dessen Ziegel
einen um den anderen
über viele Jahre hinweg
mit Liebe und Vernunft
gefügt worden waren –
wie konnte es geschehen
dass sich vor den spielenden Kindern
nun Trümmer und Tod auftaten
Schweig, du Schwarzherziger
suche nicht in Krieg und Verbrechen
noch einmal deinen Glanz
Sieh nur
wie diese Öfen des Todes
jetzt von einem Ende der Welt
bis zum anderen
ihre Flammen schlagen
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Lob der Schöpfung
(25.09.2026)
Ihr Menschen
aus Zuneigung
möchte ich ein Wort an euch richten
Trübt eure Augen nicht
beschmutzt eure Herzen nicht
und sucht nicht in meinem Wort
weder nach Spott
noch Tadel oder Beleidigung
Es ist die Hand der Freundschaft
offen und aufrichtig
die sich euch entgegenstreckt –
für Besinnung, Begeisterung
Aufbruch und Neubeginn
Und ich frage euch:
Warum betrachtet ihr die Erde
als eure Feindin
Warum seid ihr
eurer Mutter
so fremd geworden
dass ihr den Duft von Blättern
Frühling und Wind
nicht mehr kennt
Sagt mir ehrlich:
Welche Krone
tragt ihr auf dem Haupt
dass ihr
berauscht und krankhaft
euch selbst
als Herren der Welt betrachtet
Was fehlt dem Zobel oder der Ameise
der Maus oder der Schlange
im Vergleich zu euch
Sagt mir offen:
Warum seid ihr
die Beute der Unterdrückung
durch so viele Herrscher
während ihr selbst zugleich
blind vor Hochmut
nach Herrschaft trachtet
und den Herrscherwahn
im Kopf tragt
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Ein hingerissenes Herz
(26.09.2026)
Wenn wieder
der Hauch der Blüten
die zarte Anmut der Pflanzen
unter den Hufen
von Schrecken und Tod
verschwinden sollten
wenn wieder
die raubgierige Klaue
der Unwissenheit
Blatt für Blatt
das Buch der Liebe
zerreißen sollte
wenn wieder
große Verzweiflung
und tiefe Trauer
in das Herz
eindringen sollten
wenn wieder
wahnsinnige Herrscher
und törichte Menschen
ihre scharfen Pfeile
auf unsere Herzen schießen sollten
wenn wieder
die Kriegstreiber
mit Gift und Galle
das Fest und die Freude
der Menschen zerstören sollten –
will ich mich dem Besinnen widmen
die Heimstatt des Friedens errichten
ihr Fundament aus meinem Leben legen
Stein um Stein
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Mehrgān
(26.09.2026)
Es regnet
und wäscht die Dunkelheit
vom Gesicht meiner Stadt
Auch ich möchte waschen
was dunkel geworden ist
in Herz und Seele
Mehrgān ist wieder da:
Mit Liebe denken
mit Liebe reden
mit Liebe handeln
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Drei Wünsche
(27.09.2026)
Gib mir Wasser –
Wasser, mit dem
die Seele jung
in Bewegung bleibt
Gib mir Brot –
Brot, mit dem
die Welt erblüht
Gib mir Leidenschaft –
eine Leidenschaft, deren Nektar
der Wein der Liebe ist.
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Licht und Schatten des Daseins
(27.09.2026)
Ich erhob mich
den Krug auf der Schulter
im Hell und Dunkel der Welt
Die Augen offen
doch schweigend
machte ich mich auf
zur sprudelnden Quelle
In meinem Herzen
Sehnsucht und Aufbruch
Drängen und Begehren
Ich sah Tote
Sklaven der Habgier und der Unterdrückung
gefangen in ungeheuerlichem Aberglauben
Unter der Last der Unwissenheit
waren ihre Rücken gebeugt
Ihre Gesichter
dunkel, finster
ihre Seelen
ein einziger Hort der Trauer
Ich sah Wanderer
im frühen Morgengrauen
am Fuß des Berges
Ihre Herzen waren ein Hain aus Licht
der Himmel ihrer Wünsche
über und über mit Sternen besät
Ihre Füße nicht gefesselt
an das sichere Ufer
In ihren Köpfen
strömten die Leidenschaft des Fliegens
und die Sehnsucht nach Freiheit
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Übervoll von Licht
(28.09.2026)
Die Verdichtung
von Angst und Verzweiflung
in Einsamkeit und Dunkelheit –
wenn Unwissenheit und Wahn
über junge Keime
tote Erde streuen –
ist nur eine vorübergehende Geschichte
auch wenn sie lange währt
Denn es gibt ein wirksames Gegengift:
den Wind der Morgendämmerung
erfüllt vom Duft der Hoffnung und der Träume
leicht beschwingt
lebendig und voller Bewegung
Er ruft mich zu sich
Hand in Hand mit ihm
berauscht vom Wein
eines neuen Sonnenaufgangs
höre ich im Ohr
das Singen der Vögel
ihr Rufen zum Flug
Im Kopf
den Zauber des Wachsens
des Reifens
Dem Licht entgegen
öffne ich meine Augen
Und wie schnell
die Angst und der Schrecken
vor den Ungeheuern der Nacht
und der übervolle Sack
ungezügelter Schwermut
sich in Rauch auflösen
Der Horizont
wird übervoll von Licht
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Lebensbilanz
(28.09.2026)
Wie eine Kerze lebten wir
und die Sonne kam
Ein Blütenlächeln
gaben wir dem Wind anheim
und der Regen kam
In der klirrenden Kälte
in der wir Nacht für Nacht
unser Herz verstreuten
brach am nächsten Morgen
der ungestüme Frühling
wie ein Keimling hervor
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Meer, Simorgh und Damawand
(30.09.2026)
Freiheit, Freisein
und die Hoffnung auf einen Frühling
verborgen im Schoß des Morgens
ohne Wenn und Aber –
sie haben all meine Leidenschaft
meine Dichtung, mein Bewusstsein
in sich aufgenommen
Ich bin fern von der Karawane
Diese Unruhe
dieses Verlangen
einen Entwurf zu wagen
und sei es nur
auf dem Grund eines Traumes –
diese Sehnsucht
ist die Quelle des lebensspendenden
berauschten Stromes meiner Lieder
Ich bleibe nicht stehen
Belehre mich nicht
du, der du dich am Ufer
niedergelassen hast
an diesem so verführerisch schönen
zugleich menschenverschlingenden Ufer
Denn die brodelnde Liebe ist ein Meer
in den Tiefen meines Wesens
In dieser Entwicklung
bin ich Höhen und Tiefen ausgesetzt
Verzaubert von der gewaltigen Größe
Sabalans, Sahands und Damawands
bin ich dem Simorgh zugeneigt
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So geziemt es sich
(01.10.2026)
Nennst du mich weiblicher Art –
so sei es; ich bin froh darum
In einem Reich
das sich in Gedanken an die Toten verliert
und das gegenwärtige Leben versäumt
habe ich meine alte Haut abgestreift
Da ich die mütterliche Weisheit und Güte
voller Liebe und Vernunft erkannt habe
trage ich im Herzen
die Sehnsucht nach der Morgendämmerung
und ziehe suchend durch die Welt
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Bewegte Seelen
(02.10.2026)
Wo Licht und Weisheit
einander nahe sind
hat die Liebe ihren Platz
Aufrichtigkeit, Gedicht und Gesang
werden uns helfen
durch den Schmerz hindurchzugehen
durch die knechtenden Illusionen
Rein sollen die Gedanken sein
von Gefolgschaft jeglicher Tyrannei
von Willkür, Zwang und Todeskult
Fern sollen die Gedanken sein
von der Unwissenheit
die Menschen klein macht
von der Grausamkeit
die sich für notwendig hält
Dann mögen hundert Lieder
über die Lippen gehen
Lieder, die nicht besitzen wollen
sondern das Leben
mit anderen teilen
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Die folgenden Gedichtbände können als PDF-Datei unentgeltlich heruntergeladen werden:
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