Europa gegen Russland, Westasien gegen Iran:
Der Mekka-Pakt in Washingtons globaler Lastenteilung
Von Wolfgang Effenberger
19.08.2026
Am 7. August 2026 schlossen die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan in Mekka einen gemeinsamen Verteidigungspakt. Gegen wen? Da springt doch nur der Iran ins Auge, ein Land, dass im US-Dokument 525-3-1 vom September 2014 unter 2.4 „künftige Konflikte“ in einer Reihe mit Russland, China und Nordkorea genannt wird. Die von diesen 4 Ländern ausgehende Bedrohung sollen die US-Streitkräfte in den beiden Dekaden abbauen. Nach außen wirkt der Pakt mit seiner weitreichenden Beistandsformel (Ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Partner soll als Angriff auf alle gelten) zunächst defensiv. In Bezug auf integriertes Oberkommando, feststehende Einsatzkräfte und automatisch ausgelöste militärische Hilfe bleibt die öffentliche Vertragsarchitektur bewusst offen. Bei einer ähnlichen Lastenteilung wie in Europa wären diese Punkte auch von untergeordneter Bedeutung.
Noch ist der Pakt weniger als geschlossenes Gegenbündnis zu China, Russland und Iran zu erkennen – noch kooperieren Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan selbst in unterschiedlicher Intensität mit den BRICS-Mächten: Pakistan bleibt eng mit China verbunden; Saudi-Arabien unterhält wesentliche Energie- und Wirtschaftsbeziehungen zu Peking und Moskau; die Türkei verbindet ihre NATO-Mitgliedschaft mit einer eigenständigen Politik gegenüber Russland, China und Iran. Das Bündnis soll also gerade nicht schlicht als antiiranische Front gelesen werden. Vor wem will sich der Dreierpakt dann schützen?
Die USA können ihre militärischen, industriellen und politischen Ressourcen nicht in jedem Raum zugleich in gleicher Stärke einsetzen. Wenn die Priorität im langfristigen Systemkonflikt mit China liegt, muss Washington andere Konflikträume durch regionale Partner absichern lassen. Europa übernimmt dabei, gestützt auf die USA, zunehmend mehr Verantwortung für die konventionelle Abschreckung Russlands. In Westasien entsteht parallel ein regionaler Verbund, der Risiken am Golf, im Roten Meer und am Arabischen Meer selbst auffangen kann—darunter auch Risiken, die von Iran ausgehen.
Muss der Mekka-Pakt als von den USA mitinitiiert oder als antiiranisches Angriffsbündnis verstanden werden?
Weiterlesen: we19082026
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Siehe auch:
Der Iran hat die Fragestellung geändert. Washington hat keine Antwort darauf
Von Vijay Prashad
19.08.2026
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Was bedeutet die „Mekka-NATO“ für den Nahen Osten und die Welt?
Die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan haben ein Verteidigungsbündnis geschlossen, das als „Mekka-NATO“ bekannt wurde und in das sie auch weitere Länder der Region einladen wollen. Was bedeutet dieses neue Bündnis für den Nahen Osten und sogar die Welt?
Von Thomas Röper
19.08.2026
https://anti-spiegel.ru/2026/was-bedeutet-die-mekka-nato-fuer-den-nahen-osten-und-die-welt
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Das Ende einer „Speziellen Militärischen Operation“
Von Peter Frey
18.08.2026
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Nur Dialog mit Russland kann die Ukraine retten
Von Michael von der Schulenburg
18.08.2026
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Erfolgreiche Paranoia und die Kriegsökonomie
Vortrag von Fabio Vighi
28.01.2026
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Weitere Schriften von Wolfgang Effenberger
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