Ohne Sklaverei kein Sozialismus, Krieg als große Gesamtaufgabe. Ergänzung zu meiner Marx-Kritik. Von Andreas Peglau (29.07.2026)

Wir verdanken den sozialistischen Klassikern neuartige und wesentliche Erkenntnisse über ökonomische Hintergründe von Kriegen, speziell im Kapitalismus. Dennoch: Wer sich für Frieden engagiert, muss genau hinschauen, in welcher Weise er sich dabei auf Marx und Engels beziehen kann. Das Gleiche gilt für diejenigen, die um gesellschaftlichen Fortschritt ringen.

Ohne Sklaverei kein Sozialismus, Krieg als große Gesamtaufgabe. Ergänzung zu meiner Marx-Kritik

von Andreas Peglau

Erweiterte Fassung, 29.07.2026

Kinderelend im Kapitalismus

In „Menschen als Marionetten? Wie Marx und Engels die reale Psyche in ihrer Lehre verdrängten“ habe ich dargelegt, weshalb sich meines Erachtens in der Theorie von Karl Marx und Friedrich Engels keine adäquaten Lösungen für die aktuellen nationalen und internationalen Krisen finden lassen. Dort habe ich auch anhand seiner Befürwortung von Kinderarbeit belegt, dass Marx‘ Fortschrittsglaube zu inhumanen Schlüssen führen konnte.[1] Daran will ich anknüpfen.

In den 1866 von Marx verfassten „Instruktionen für die Delegierten des Provisorischen Zentralrats“ der Internationalen Arbeiterassoziation hieß es:

„Wir betrachten die Tendenz der modernen Industrie, Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts zur Mitwirkung an dem großen Werk der gesellschaftlichen Produktion heranzuziehen, als eine fortschrittliche, gesunde und berechtigte Tendenz, obgleich die Art und Weise, auf welche diese Tendenz unter der Kapitalherrschaft verwirklicht wird, eine abscheuliche ist.“[2]

Wie Marx wusste und mehrfach dokumentierte, verloren in jedem Monat Kinderarbeit tausende Kinder Gesundheit oder Leben. Auch im Kapital führte er einen Bericht an über das Schicksal „viele[r] Tausende[r] dieser kleinen hilflosen Kreaturen“, die ihren Eltern zuvor entrissen worden waren:

„Aufseher wurden bestellt, um ihre Arbeit zu überwachen. Es war das Interesse dieser Sklaventreiber, die Kinder aufs äußerste abzuarbeiten […]. Sie wurden zu Tod gehetzt durch Arbeitsexzesse … sie wurden gepeitscht, gekettet und gefoltert mit dem ausgesuchtesten Raffinement von Grausamkeit; sie wurden in vielen Fällen bis auf die Knochen ausgehungert, während die Peitsche sie an der Arbeit hielt … Ja, in einigen Fällen wurden sie zum Selbstmord getrieben! … Die schönen und romantischen Täler von Derbyshire, Nottinghamshire und Lancashire, abgeschlossen vom öffentlichen Auge, wurden grause Einöden von Tortur und – oft von Mord! … Die Profite der Fabrikanten waren enorm.“[3]

Weiterlesen: https://andreas-peglau-psychoanalyse.de/ohne-sklaverei-kein-sozialismus-krieg-als-grosse-gesamtaufgabe-ergaenzung-zu-meiner-marx-kritik/

PDF: https://andreas-peglau-psychoanalyse.de/wp-content/uploads/2026/07/Ohne-Sklaverei-kein-Sozialismus-Erweiterte-Fassung-.pdf

******

Siehe auch:

Menschen sind KEINE Marionetten! Eine Utopie, die über Karl Marx hinausgeht – und deren Verwirklichung heute Abend beginnen kann

Wenn wir mit guten Anlagen auf die Welt kommen, müssen wir nur eines tun: dafür sorgen, dass sich diese Anlagen entfalten. Dann werden wir unweigerlich ein diesen Anlagen gemäßes – also ebenfalls gutes – Gemeinwesen errichten. Wer und was sollten uns dann noch daran hindern?

Von Andreas Peglau

20.03.2026

******

Weitere Schriften von Andreas Peglau

https://afsaneyebahar.com/category/andreas-peglau

******