Gedichte (09.10.2026)
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Sämtliche Fotos stammen von Herrn Mohsen Daschti.
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Zugvogel
(03.10.2026)
Mein Blick
eine Traube aus Küssen
taucht ein in Wahrheit und Licht
Er zieht über Felder, Wiesen und Flüsse
durch das Zusammenspiel
von Wolken, Sonne und Wind
durch den tausendfarbigen, heiteren Wald
Einen Augenblick
ruht er bei den saftigen Beeren
und schenkt seine Liebe
den bunten Früchten an den Zweigen
Nun, im goldstreuenden Herbst
von Beharrlichkeit und Ausdauer
ist wieder die Zeit
des Aufbruchs gekommen
Ich bin der leichte Zugvogel
der mit den Flügeln schlägt
und den Nektar der Seele
in den Himmel
von Gedicht und Lied trägt
Im eigenen Herzen
zwischen Fremdem und Vertrautem
habe ich den Wein der Hoffnung
und die Freude am Leben
reifen lassen
Selbst im Salzland
von Verzweiflung, Angst und Täuschung
habe ich nicht auf einen Retter
außerhalb meiner selbst gewartet
Nun ist wieder
die Zeit des Aufbruchs gekommen

PDF: Zugvogel
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Melodie
(03.10.2026)
Was singt dort so schön
verborgen im Geäst
des sprechenden Waldes
fern den Blicken
in hundert Träumen
Öffne ich eine Tür
zum Zauber dieser Welt
finde ich im Gesang des Vogels
meine eigene Melodie
die einen Weg sucht
in die Herzen der Menschen
um wieder ihre Kreise zu ziehen
um Schönes und Hässliches
PDF: Melodie
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Sei du selbst
(04.10.2026)
Ich trug meine Wünsche zum Mond
Er sagte:
Was suchst du vergeblich hier?
Da kam der Wind und rief:
Steh auf
Komm mit
Sieh selbst
Ich wischte den Staub
von den Augen
öffnete Fenster und Türen
und ließ die anderen
nicht mehr für mich sehen
Ich las im Buch der Zeit
und sah den Menschen
den Horizont
die Sonne
und ich hörte auf
anders zu sein
als ich bin
Da wurde mein Herz
still genug
dass aus seiner Tiefe
klare Quellen kamen
und jede fand ihren Weg
in die Welt
PDF: Sei du selbst
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Aufbruch
(05.10.2026)
Mein Herz ist wie ein Meer
das die ganze Nacht
den Sand an seinen Ufern wusch
sehnsüchtig nach einem Wanderer
Mein Herz sehnt sich
nach einem hellen Blick
nach einer lauteren Seele
weit und tief wie das Meer
Meine Lippen sind erfüllt
von Liebe zum Grünen
und zum Wachsen
Sie warten auf das Lied
des Sich-Befreiens
Der Himmel meines Blickes
ist voll von Sternen
und hat sich allmählich
mit dem Tau der Sehnsucht benetzt
Und wieder sehnt sich mein Herz
nach einem Gleichstimmigen
einem Huma, der mit ihm aufbricht
dem Himmel entgegen
PDF: Aufbruch
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Und wir liebten
(06.10.2026)
Wir betrachteten
mit den Augen der Liebe
ein Land, in dem der Hass
wie eine alte Wunde klaffte
Und wir liebten
Wir hörten mit Nachsicht und Bedacht
dort, wo die Worte
aus Vorurteilen
und Missverständnissen
entstanden
Und wir liebten
Wir sagten, was wir dachten
aus Menschlichkeit
in einem Land
in dem die Urteile
aus dem Staub der Einbildung
und des Hochmuts aufstiegen
Und wir liebten
Wir richteten uns auf
gegen Unterdrückung und Unwissenheit
in einer Zeit
in der die Karawane
dem Weg der Macht folgte
Und wir liebten
Wir machten uns nicht klein
durch Betteln und Täuschung
als Heuchelei und Schmeichelei
jede Tür zu öffnen wussten
Und wir liebten
Wir gerieten nicht in Zorn
und wandten uns nicht ab
nicht aus Eile oder Zweifel
als die Seele
vom Stich eines Freundes
noch wund war
Und wir liebten
Wir ehrten
Die Laute des Frosches
im klaren Wasser
des gebärenden Flusses
in einer Natur
die durch Gier und Geschäftigkeit
verdorben und verschmutzt wurde
Und wir liebten
Wir hielten
das Juwel des Lebens in Ehren
im pulsierenden Schoß der Erde
in einer Welt
in der die Niedrigträchtigkeit
sich gelehrt und erhaben gab
Und wir liebten
PDF: Und wir liebten
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Verkehrte Welt
(07.10.2026)
Im Acker
der gewaltverherrlichenden Menschen
die sich selbst für allmächtig halten
trägt der Same
von Unwissenheit und Wahnsinn
wieder Frucht
Das Kapital hat Kunst
Wissen und Können prostituiert
So schwingen Bettler und Narren
Feder und Trompete
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Die folgenden Gedichtbände können als PDF-Datei unentgeltlich heruntergeladen werden:
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