Wo stehst du?
(20.9.2025)
Die gegenwärtigen Weichenstellungen
geschehen angekündigt und offen
Die Sackgassen sind klar vorhersehbar
Wo stehst du?
֎
https://afsaneyebahar.com/2025/10/07/20705044/
Krieg als System: Wenn Gewalt zur Strategie wird
Sind Demokratien grundsätzlich friedlich und moralisch überlegen?
Von Wolfgang Effenberger
Rede anlässlich der Vorstellung des Buches „Vom Krieg zur Weltordnung. Reden und Essays zu Krieg, Frieden und Geopolitik 2009 – 2026“ am 14. Juni 2026
Kriege entstehen heute weder zufällig noch „aus Versehen“ – sie sind fast immer das Ergebnis strukturierter Machtpolitik, ökonomischer Interessen und bewusst aufgebauter Narrative, die Konflikte lange im Voraus vorbereiten. Zugleich bleiben sie eingebettet in tiefer liegende Widersprüche des Welt- und Kapitalismussystems, die militärisch „verwaltet“ werden, sobald zivile Steuerung an Grenzen stößt.[i]
Imperiale Logik als Machtordnung
Die historische Konfliktforschung ist sich relativ einig: Kriege haben fast nie eine einzige Ursache, sondern entstehen aus einem Bündel von strukturellen Widersprüchen, Interessen und Entscheidungen. Klassisch ist seit Jahrhunderten ein Mix aus: Machtstreben, Kontrolle von Territorien und Ressourcen, ideologische bzw. religiöse Überhöhungen der Konstruktion eines „Feindes“. In modernen imperialen Konstellationen kommt hinzu, dass Großmächte ihre Hegemonie nicht nur verteidigen, sondern aktiv ordnungspolitisch ausdehnen wollen – militärisch, ökonomisch, technologisch und narrativ.[ii]
So ist die Verhinderung einer regionalen Hegemonie in Eurasien eine Kerndoktrin der US-Geostrategie seit dem 20. Jahrhundert. In Analysen des wissenschaftlichen Dienstes des US-Kongresses[iii] wird wiederholt betont, dass viele militärische Operationen der USA im 1. und 2. Weltkrieg sowie nach 1945 das Ziel hatten, das Entstehen eines dominanten eurasischen Machtblocks zu verhindern. Diese Linie setzt die klassische Geopolitik von Halford Mackinder fort, der Eurasien als „Weltinsel“ und Schlüssel zur globalen Vorherrschaft beschrieb.[iv]
Seit 1945 formulieren dies die USA offen in der Logik des „Containment“ gegen den sowjetischen Einfluss und später in der Sicherung einer eigenen Einflusssphäre durch Militärbündnisse, Stützpunkte und Interventionsfähigkeit weltweit. In vielen Strategiepapieren wird ganz nüchtern über „Wahrung nationaler Interessen“, „Projektion von Macht“ und „Zugang zu Märkten/Ressourcen“ gesprochen – eine saubere technokratische Sprache für im Kern imperiale Zielsetzungen.[v]
Konkret schlägt sich das nieder in einer globalen Militärbasenstruktur von Europa über den Nahen Osten bis Ostasien, in Bündnissystemen wie der NATO oder bilateralen Sicherheitsabkommen in Asien und in wiederkehrenden Interventionen, die das regionale Gleichgewicht zu Gunsten der USA beeinflussen sollen.[vi]
Offiziell werden diese Einsätze meist mit Menschenrechten, Terrorismusbekämpfung oder Stabilisierung begründet, während interne Dokumente und Strategiepapiere nüchtern von „Vorwärtsverteidigung“, „Zugangs- und Projektionsfähigkeit“ und „Aufrechterhaltung der regelbasierten Ordnung“ sprechen.[vii]
Weiterlesen: we14062026
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Siehe auch:
Buchvorstellung: Vom Krieg zur Weltordnung. Reden und Essays zu Krieg, Frieden und Geopolitik 2009 – 2026
Von Wolfgang Effenberger. Erste Auflage Juni 2026, Corage Media (Etica Media B.V.), Swalmen, NL
14.06.2026
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Deutschland als NATO-Kriegs-Drehscheibe fremdbestimmt
Tauroggen und Rapallo – die Alpträume Washingtons
Von Wolfgang Effenberger
05.05.2026
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Hybris und Nemesis
Wie uns die Entzivilisierung von Macht in den Abgrund führt – Einsichten aus 5000 Jahren
Von Rainer Mausfeld
Erste Auflage November 2023, Westend Verlag GmbH, Neu-Isenburg
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Weitere Schriften von Wolfgang Effenberger
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