Gedichte (1.6.2024)
Frage
(1.6.2024)
Wieso weigerst du dich so vehement
die Gegenwart
im Lichte der Vergangenheit zu betrachten
und deine Zukunft
bewusst zu beeinflussen
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Fenster
(1.6.2024)
Wenn du von dem Vulkan träumst
von den nachfolgenden Landschaften
voller Entsetzen und Schaudern
baue deinem Herzen Fenster
damit auch andere begreifen können
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Farbenwechsel
(1.6.2024)
Sie verjagen die Tyrannen
ohne die Tyrannei anzufassen
So dreht sich das verwüstende Rad
in neuen Farben weiter
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Eine Frage der Zeit
(1.6.2024)
Die Suppentöpfe sind nicht mehr so voll
Die gefräßigen Bestochenen merken das
Die Machthaber spüren die Gefahr
Neue Säue werden durch das Dorf getrieben
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Neue Knechte
(1.6.2024)
Die Knechtschaft fällt nicht vom Himmel
Die Erinnerung der Menschen
an ihr ursprüngliches Wesen
an ihr natürliches Verlangen
wird planmäßig, perfide
täglich in stetigen Schritten zerstört
Die Glück versprechende Unterjochung gedeiht
weil die Unterworfenen diese
als etwas Selbstverständliches
Unweigerliches, Erwünschtes
selbst zulassen
Sie gewöhnen sich daran
das dargebotene Gift zu trinken
und empfinden es nicht
als beschämende Schmach
als bittere Schande
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Selbstentmachtung
(1.6.2024)
Sie ermöglichen ihre eigene Knechtschaft
ihre eigene Ausbeutung
ihre eigene Verstümmelung
eigenwillig
Sie leihen den Gewaltherrschern
ihre eigenen Augen
um bewacht zu werden
ihre eigenen Hände
um geschlagen zu werden
ihre eigenen Füße
um niedergetreten zu werden
ihre eigenen Sinne
um betäubt zu werden
Sie sind die Verräter der eigenen Interessen
Sie sind die Handlanger der eigenen Mörder
Die Macht geht wahrhaftig
vom Volke aus
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Gerissene Ganoven
(1.6.2024)
Benebelt, bestochen, betrunken
sind die Bestohlenen
Heimtückisch geben die gerissenen Ganoven
einen Teil der gestohlenen Güter als Geschenk zurück
Hingerissen bedanken sich die Bestohlenen
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