«Die EU stellt das Gesinnungsverbrechen wieder her». Interview mit Prof. Dr.  jur. et phil. Alfred de Zayas, Völkerrechtler und ehemaliger Uno-Mandatsträger (27.05.2026)

Hinweis: Die Veröffentlichung des folgenden Interviews dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Artikel 5 des Grundgesetzes:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

«Die EU stellt das Gesinnungsverbrechen wieder her»

Interview mit Prof. Dr.  jur. et phil. Alfred de Zayas, Völkerrechtler und ehemaliger Uno-Mandatsträger

Zeitgeschehen im Fokus; Ausgabe 9/2026

27.05.2026

Zeitgeschehen im Fokus Sie spielen in einem politischen Artikel auf das klassische Drama «Antigone» von Sophokles an. Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen dem Inhalt beziehungsweise der Aussage des Dramas und der heutigen Weltpolitik?

ProfessorDr.Alfred de Zayas In der «Antigone» zeigt uns Sophokles, dass das autoritäre Prinzip «dura lex, sed lex» (das Gesetz ist hart, aber es ist eben das Gesetz) überwunden werden muss. Rechtsstaatlichkeit bedeutet nicht blinden Positivismus, sondern aktive Gerechtigkeit. Bereits 50 Jahre vor Christus hat Cicero argumentiert: «summum ius, summa iniuria» – strenge Gesetze und Anordnungen führen zur höchsten Ungerechtigkeit.1

Antigone weigert sich, das brutale und unmenschliche Gesetz König Kreons zu befolgen. Sie wird zum Tode verurteilt und begeht Selbstmord. Kreons Sohn, Haimon, der mit Antigone verlobt war, nimmt sich das Leben. Kreons Frau, Eurydike, kann den Verlust ihres Sohnes nicht ertragen und begeht auch Selbstmord. Kreon steht allein da vor einem Scherbenhaufen. Seine Intransigenz hat sich gerächt.

Man kann also sagen, Antigone führt den Kampf gegen staatliche Willkür.

Genau, das meine ich. Antigone ist ein Archetypus für den Widerstand gegen Ungerechtigkeit. Wir alle haben nicht nur das demokratische Recht, sondern auch die Verpflichtung, gegen staatliche Willkür zu demonstrieren, zu schreiben, zu agieren. Der Totalitarismus in Europa beschleunigt sich rasant, und Menschen, die die Meinungs- und Pressefreiheit umsetzen, werden verfolgt. Die Gerichte schützen sie nicht.

Weiterlesen: https://zgif.ch/2026/05/27/die-eu-stellt-das-gesinnungsverbrechen-wieder-her/

PDF: AdZ27052026

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Siehe auch:

«Jeder kann von der EU sanktioniert werden»

«Unsere Regierungen treffen falsche Entscheidungen und bestrafen dann ohne Gerichtsverfahren diejenigen, die sie kritisieren»

Interview mit Jacques Baud, ehemaligem Oberst des Schweizer Nachrichtendiensts

27.05.2026

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Buchvorstellung (25.05.2026):

Kritik aus dem Maschinengeist. Totalitäre Abgründe – Gespräche mit der KI

Von Ullrich Mies

Erste Auflage 2026, Hintergrund GmbH, Berlin

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