Tagebuch aus Gaza. Der Bericht einer Kinderpsychologin über Verlust, Traumata und Hoffnung. Von Katrin Glatz Brubakk (September 2025)

Buchempfehlung (9.9.2025)

Tagebuch aus Gaza

Der Bericht einer Kinderpsychologin über Verlust, Traumata und Hoffnung

Von Katrin Glatz Brubakk

Erste Auflage September 2025, Westend Verlag, Neu-Isenburg

ISBN: ‎978-3-98791-313-6

******

Ich erzähle dir meine Geschichte,

und du kannst das Zuhören

nicht ertragen.

Aber wie soll es mir gehen,

der das alles

an Leib und Seele erfahren hat.(1)

Die deutsch-norwegische Kinderpsychologin Katrin Glatz Brubakk hat sich auf Traumatherapie spezialisiert. Sie hat im Herbst 2024 sowie im Winter 2025 jeweils fünf Wochen mit der Organisation Ärzte ohne Grenzen e.V.(2,3) in Gaza gearbeitet.

Die Autorin schildert ihre Beobachtungen während ihrer Tätigkeit im Nasser-Krankenhaus in Khan Younis(4) in Form eines Tagebuches, das mit zahlreichen Fotos versehen ist. Ihre Notizen beginnen am 7. August 2024 in Trondheim (Norwegen) vor ihrer Hinreise nach Gaza und enden am 8. November 2024 nach ihrer Rückkehr. Khan Younis ist die zweitgrößte Stadt in Gaza. Sie liegt etwa vier Kilometer vom Mittelmeer und acht Kilometer von der ägyptischen Grenze entfernt. Vor Oktober 2023, vor dem laufenden Völkermord(5) durch Israel, lebten über 290.000 Menschen in Khan Younis.

Das Nasser-Krankenhaus wurde, wie viele andere medizinische Einrichtungen im Gazastreifen, mehrfach von der israelischen Armee bombardiert. Zuletzt verurteilte der UN-Generalsekretär Antonio Guterres am 25. August 2025 die israelischen Angriffe auf das Nasser-Krankenhaus(6,7).

Im Vorwort ihres Buches schreibt die Autorin(8): Ich habe den Klang des Krieges gehört. Nicht in Form von Bombenexplosionen, sondern als alarmierende, rauhe Angstschreie traumatisierter Kinder. Schreie, die so durchdringend und schmerzhaft sind, als verkörperten sie das gesamte Leid Gazas. Seit über einem Jahr leben die Kinder in der Angst, zu sterben oder jemanden zu verlieren, den sie lieben. Viele von ihnen waren dem Tod bereits selbst nahe. […]

[…] Ich habe die Kraft der Hoffnung gesehen. Sie zeigt sich in sorgenfreien Momenten des Spiels und des Kinderlachens, in Kolleginnen und Kollegen, die zur Arbeit kommen, obwohl sie ihr Leben riskieren. In Menschen, die das Wenige, das sie noch haben, teilen.

Es begann mit Tagebuchnotizen, doch allmählich wuchs der Gedanke, dass die Welt von dem erfahren muss, was ich gesehen und erlebt habe. Ich möchte zeigen, was der Krieg in der Psyche der Menschen in Gaza anrichtet, unter welchem Stress sie leben, worüber sie sich Sorgen machen und wie sehr sie einander helfen wollen – vor allem dabei, die Hoffnung aufrechtzuerhalten.“

Weiterlesen: GB9.2025

******