„[…] Die Kriege des Westens in Europa und Nah- und Fernost haben unter anderem das Ziel, durch einen militärischen Enthauptungsschlag einen Machtwechsel in den jeweiligen Ländern zu erreichen. Steht uns ein Atomkrieg bevor? Und wo bleibt die Friedensbewegung? […]“ „[…] Fazit Es wird spekuliert, ob Trump diese Kraftmeierei betreibt, weil ihm der Deep State und seine Sponsoren mit der Epstein-Affaire das Leben schwer machen und er zeigen muss, dass er immer noch Herr der Lage ist. Wie auch immer – die eingangs gestellte Frage lautet: Steuern wir wirklich auf eine atomare Eskalation zu, an deren Ende die Zerstörung der Welt steht oder handelt es sich um einen Sturm im Wasserglas? Die Antwort lautet nach der vorstehenden Analyse: weder – noch. Dass eine atomare Eskalation seitens des Westens zu beobachten ist, konnten wir zeigen. Dass dies auch zu einem Atomkrieg führen muss, ist zu verneinen. Es gibt glücklicherweise auch in den Kreisen der Kriegstreiber immer noch Menschen, die nicht vergessen haben, dass ein Atomkrieg das Ende der Welt bedeutet. Dies tatsächlich ins Werk zu setzen (Samson Option), bleibt Weltuntergangsapologeten vorbehalten, die derzeit aber nicht die Hebel der Macht in der Hand halten. Es scheint, dass das Konzept von MAD – Mutual Assured Destruction – gegenseitig gesicherte Zerstörung – noch funktioniert: Kein Akteur kann „gewinnen“ – also greift keiner an. Andererseits darf man aber auch nicht die Vorzeichen einer Spirale der Eskalation wie vor den bisherigen Weltkriegen übersehen. Es ist Aufgabe der Diplomatie (auf die leider derzeit wenig Verlass ist) und vor allem der Bevölkerung aller Länder, auf allen Ebenen darauf hinzuwirken, diese Spirale zu unterbrechen und auf Frieden hinzuwirken. Auf gehts! Zurück zu den Zeiten von 1983! Wo bleibt die Friedensbewegung? Damals wussten viele Menschen, dass Europa zum atomaren Schlachtfeld werden würde, wenn diese Raketen zum Einsatz kämen. Am 10. Oktober 1983 demonstrierten über 300.000 Menschen in der damaligen Bundeshauptstadt. Zwischen Stuttgart und Neu-Ulm bildete sich eine rund 108 km lange Menschenkette. Diese Proteste waren gewaltfrei, aber sehr eindrucksvoll durch ihre schiere Größe. Am 22. Oktober 1983 fanden in mehreren Städten Großdemonstrationen statt: in Bonn waren es dieses Mal rund 500.000 Menschen. Ähnliche Veranstaltungen gab es in Hamburg, Stuttgart, Mutlangen (einer der Stationierungsorte) und vielen anderen deutschen Städten. Trotz Verbots nehmen Soldaten der Bundeswehr in Uniform am 22.10.1983 an einer Großkundgebung im Bonner Hofgarten teil und demonstrieren mit einem Transparent und einer Pershing-II-Attrappe gegen die NATO-Hochrüstung. Einen Monat später billigte der Bundestag mit knapper Mehrheit die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen auch in Deutschland. Wo sind sie alle jetzt? Und was ist mit den Politikern vom Schlage Willy Wimmers? Willy Wimmer, ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter und langjähriger Staatssekretär im Verteidigungsministerium, hat seinerzeit Bundeskanzler Helmut Kohl empfohlen, Deutschland solle nicht mehr an NATO-Übungen mit Atomwaffen teilnehmen. Diese Empfehlung stand im Zusammenhang mit sogenannten nuklearen Teilhabe-Übungen der NATO: „Able Archer“, eine Kommando- und Kommunikationsübung zur Durchführung eines nuklearen Krieges in Europa – jährlich in den 1970er/80er Jahren, besonders berüchtigt: Able Archer 83 im November 1983; „Steadfast Noon“, praktische Luftwaffenübung im Rahmen der nuklearen Teilhabe, jährlich, auch heute noch). Geübt wurde unter anderem, wie US-Atombomben (etwa die in Büchel gelagerten B61-Bomben) durch deutsche Flugzeuge ins Ziel (z.B. Dresden, das nach dem Kriegsspiel von den Sowjets eingenommen wurde – bewohnt von Deutschen) gebracht werden könnten. Das steht uns heute wieder ins Haus und unsere Politiker ducken sich weg und stecken den Kopf in den Sand.“
Donald Trumps Atomkriegsdrohung – nur ein Sturm im Wasserglas?
Die Kriege des Westens in Europa und Nah- und Fernost haben unter anderem das Ziel, durch einen militärischen Enthauptungsschlag einen Machtwechsel in den jeweiligen Ländern zu erreichen. Steht uns ein Atomkrieg bevor? Und wo bleibt die Friedensbewegung?
Von Andreas Mylaeus und Peter Hänseler
7.8.2025
Einleitung
Der Westen verliert seine militärischen Kriege in Europa und in Nahost. Russland zermalmt inzwischen schon die dritte von der NATO ausgerüstete und vom Westen finanzierte „ukrainische“ Armee. Der iranische Gegenschlag gegen die USraelische Aggression hat Israel kürzlich derart zerstört, dass weitere offene Kriegshandlungen des Westens gegen den Iran vorläufig eingestellt werden mussten. Die westliche Luftabwehr hatte und hat gegen die überlegenen russischen und iranischen Raketen und Drohnen keine wirksamen Mittel. Infolgedessen hat der Westen in der konventionellen Kriegsführung keine Möglichkeit der Eskalationsdominanz mehr. Diese liegt inzwischen vollständig bei Russland und dem Iran.
Da aber die westlichen Kriegsziele des Regimechange in Russland (um das Land anschließend filetieren und ausweiden zu können) und im Iran (um den Nahen Osten wieder beherrschen zu können) nicht aufgegeben werden, müssen sich die betreffenden Länder weiterhin darauf einstellen, mit entsprechenden Enthauptungsschlägen überzogen zu werden. Als militärisches Mittel bleibt dem Westen dafür neben Geheimdienstaktionen letztlich nur der Einsatz von Atomwaffen, weil seine konventionellen Waffen versagen.
Vor diesem Hintergrund hat Dmitri Medwedew (2008–2012 Präsident der Russischen Föderation, 2012–2020 Ministerpräsident Russlands, seit 2020 stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrates) als Antwort auf Provokationen von Donald Trump in einem Post vom 31. Juli 2025 darauf hingewiesen, dass Russland immer noch defensive Mittel gegen einen amerikanischen Erstschlag mit Atomwaffen hat. Donald Trump hat daraufhin mit einer atomaren Eskalation im U-Boot-Krieg geantwortet. Steuern wir also wirklich auf eine atomare Eskalation zu, an deren Ende die Zerstörung der Welt steht oder handelt es sich um einen Sturm im Wasserglas? Aus unserer Sicht: weder – noch. Eine Analyse.
Weiterlesen: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/donald-trumps-atomkriegsdrohung-nur-ein-sturm-im-wasserglas
PDF: AMPH7.8.2025
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Siehe auch:
Nach Wortbrüchen der USA: Putin fordert Sicherheitsgarantien von der Nato
Angesichts des Säbelrasselns der Nato an der russischen Grenze hat der russische Präsident Putin in einer Rede die Ziele der russischen Außenpolitik wiederholt und neue Verträge gefordert, die die Sicherheit Russlands und aller anderen Staaten garantieren.
Von Thomas Röper
2.12.2021
von Anti-Spiegel
PDF: TR2.12.2021
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Russland veröffentlicht Vertragstexte für Abkommen über Sicherheitsgarantien mit den USA und der NATO
Russland hat präzisiert, wie die von Russland geforderten Sicherheitsgarantien aussehen sollen, die es von den USA und der Nato fordert. Hier veröffentliche ich den russischen Textvorschlag.
Von Thomas Röper
19.12.2021
PDF: TR19.12.2021
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Eine Zusammenstellung von Fee Strieffler 8.8.2025 Liebe Friedensfreunde, auf dem Fliegerhort Büchel wird der Ernstfall geübt. Ernstfall heißt, deutsche Tornado-Piloten tragen die US-Atombomben auf US-Befehle im Rahmen der Nuklearen Teilhabe ins Ziel. Vielleicht ist Euch schon bekannt, dass sich die Kosten des Ausbaus des Fliegerhorstes Büchel sich fast verdoppeln und sich der Milliarden-Grenze nähern. Alles Meldungen, die nicht beruhigen. US-Spezialwaffenstaffel übt mit Luftwaffe Tornado-Training für den Ernstfall in Büchel Um für NATO-Missionen bereit zu sein, übte das Taktische Luftwaffengeschwader 33 mit einer Waffenstaffel der US Air Force – sie ist für Sonderwaffen zuständig. Von Patrick Hoeveler 6.8.2025 https://www.flugrevue.de/us-spezialwaffenstaffel-uebt-mit-luftwaffe-in-buechel-tornado-training-fuer-den-ernstfall/ ****** USA schließen Atombomben-Modernisierung ab Die in den USA und Europa stationierten B61-Atombomben entsprechen nun alle einem neuen Standard. Gleichzeitig arbeiten die USA bereits an einer neuen und stärkeren Version. Von Patrick Hoeveler 9.1.2025 https://www.flugrevue.de/neue-varianten-der-b61-nuklearwaffe-usa-schliessen-atombomben-modernisierung-ab/ ****** Dokumente deuten darauf hin, dass die Vereinigten Staaten Atomwaffen von einer Base in Deutschland abgezogen haben. Von Hans M. Kristensen Strategic Security Blog / A project of the Federation of American Scientists Juli 2007 https://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_07/LP14207_110707.pdf ****** Das nukleare Dilemma Deutschlands und der NATO Von Hans M. Kristensen FAS Strategic Security Blog 29.10.2009 https://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP26609_301109.pdf ****** Warum die NATO ihre taktischen Atomwaffen trotz der russischen Intervention in der Ukraine abschaffen sollte Von Hans M. Kristensen und Adam Mount Bulletin of the Atomic Scientists 3.9.2014 https://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP01516_030216.pdf ****** Die US-Raketenabwehr 2019 Von Matt Korda und Hans M. Kristensen Bulletin of the Atomic Scientists 24.10.2019 https://luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_19/LP13519_271119.pdf ****** In einem US-Manöver wurde ein begrenzter Atomkrieg gegen Russland simuliert Das Pentagon hat untersucht, wie ein begrenzter Atomkrieg zu führen und zu gewinnen wäre Von Julian Borger,Washington The Guardian 24.2.2020 https://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_19/LP02520_220320.pdf ****** Grundwissen: Die US-Militärbasen in der Bundesrepublik Deutschland und ihre Funktion im strategischen Gesamtkonzept der USA . Ein Folienvortrag Zusammengestellt von Wolfgang Jung Luftpost. Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein 25.9.2015 https://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP18715_031015.pdf ******