„Karbala ist der Weg zur Al-Aqsa“: ein irakisches Tagebuch
Der irakische Premierminister hat in Bagdad eine einzigartige Konferenz während des Arbaeen-Marsches, an dem 21 Millionen Menschen teilnahmen, veranstaltet und eine Verbindung zwischen der Ermordung von Imam Hussain in Karbala im siebten Jahrhundert und Israels derzeitigem Völkermord an den Palästinensern hergestellt.
Von Pepe Escobar
29.8.2024
https://thecradle.co/articles/karbala-is-the-path-to-al-aqsa-an-iraq-diary
Übersetzung von Andreas Mylaues
BAGHDAD und KARBALA – Die Ankunft in Bagdad ist für jeden Besucher, der sich an die jüngste, düstere irakische Geschichte erinnert, ein Schock.
Es gibt praktisch keine Kontrollpunkte, abgesehen von den sensiblen Regierungsbereichen. Keine dieser grässlichen Zementblöcke aus der Zeit der amerikanischen Besatzung, die alle paar Minuten zu einem langsamen Slalom zwingen. Kein Gefühl der unvorhersehbaren Gefahr, die jeden Moment zuschlagen kann. Überall in der Hauptstadt gedeiht üppiges Grün. Die Haifa-Straße wurde praktisch von Grund auf neu gebaut. Geschäftiges Treiben, vom pausenlosen Treiben in Karrada bis zu einem Restaurantkomplex am Tigris, der (passenderweise) „Tausendundeine Nacht“ heißt.
Nach mehr als drei Jahrzehnten unsäglichen Grauens, das die Wiege der Zivilisation heimgesucht hat, strahlt Bagdad zum ersten Mal wieder ein Gefühl der Normalität aus. Dies hat viel mit der neuen Regierung unter der Leitung von Premierminister Mohammed Shia al-Sudani zu tun, die seit etwas mehr als zwei Jahren im Amt ist.
Letzte Woche veranstaltete das Büro des Premierministers eine einzigartige Konferenz mit dem Titel The Road to Al-Aqsa Flood (Der Weg zur Al-Aqsa-Flut), zu der bekannte Blogger und Influencer aus der arabischen Welt – unter anderem aus Palästina, Kuwait, Jordanien, dem Sudan und dem Libanon – sowie einige wenige westliche Teilnehmer eingeladen wurden. Die Blogger waren alle jung; die meisten waren noch nie im Irak gewesen und hatten daher keine Erinnerungen an Shock and Awe und die Besatzung – bestenfalls eine verschwommene Erinnerung an die ISIS-Jahre. Sie alle waren verblüfft von der Gastfreundschaft, der Dynamik und vor allem von der Hoffnung, die jetzt fest im Leben von Bagdad verankert ist.
Weiterlesen: PE29.8.2024
******