Gründungsmythos USA: Auserwähltheit, Puritanismus & Freimauerei
Trotz weitestgehend gemeinsamer Herkunft aus dem Mutterland England waren die Bewohner der britischen Kolonien in Nordamerika im Jahr 1763 – wirtschaftlich und politisch betrachtet – kein homogenes Volk.
Von Wolfgang Effenberger
15.11.2024
Trotz weitestgehend gemeinsamer Herkunft aus dem Mutterland England waren die Bewohner der britischen Kolonien in Nordamerika im Jahr 1763 – wirtschaftlich und politisch betrachtet – kein homogenes Volk.(1)
Die 1,6 Millionen Einwohner der 13 britischen Kolonien einte der gemeinsame Kampf gegen äußere Feinde – Indianer und Franzosen – und die wechselseitigen Beziehungen im wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und geistigen Bereich. Unterschiede bestanden zwischen den drei großen Siedlungsregionen. Während sich in den nördlichen Kolonien der freibäuerliche Besitz entwickelte, waren die Mittelkolonien(2) mehr aristokratisch und handelskapitalistisch geprägt. Dagegen produzierten die Südkolonien(3) auf den Plantagen der Großgrundbesitzer mit Hilfe der Sklaven und auch der weißen Zwangsarbeiter die typischen »Kolonialwaren« – Tabak, Reis, Weizen, Indigo und Baumwolle.
Beträchtlich waren jedoch die Unterschiede zwischen den Kolonisten der Ostküste und den Grenzsiedlern sowie den Wohlhabenden und der breiten Masse. Während die „Whigs“ von 1680 bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Gegner der konservativen und monarchietreuen Tories im britischen Parlament waren und in den nordamerikanischen Kolonien parlamentarische Provinzregierungen forderten, strebten die „Tories“ eine autoritäre Regierungsform an. Doch in den Kolonien dürfte alle das Streben nach größtmöglicher individueller Freiheit geeint haben.
Der 1763 beendete „Indian War“ – in Deutschland auch als „Siebenjähriger Krieg“ bezeichnet(4), hatte auf der einen Seite das Selbstbewusstsein der britischen Kolonisten erhöht, auf der anderen Seite aber England tief in Schulden gestürzt. Im Vergleich zum britischen Bürger in Europa belief sich die Steuerlast eines britischen Kolonisten nur auf ein Fünfzigstel.(5) Um hier einen Ausgleich zu schafften, verabschiedete das Parlament in London 1764 unter anderem das „Zuckergesetz“ (Sugar Act). Eine lange Liste von Waren folgten.
Weiterlesen:
PDF: WE15.11.2024
******
Siehe auch:
Westasien reagiert auf Trumps Affäre mit dem Zionismus
Von M. K. Bhadrakumar
14.11.2024
https://afsaneyebahar.com/2024/11/14/20702692/
******
Was sagt der Kreml zu Trumps Nominierungen für seine „Machtministerien“?
Von Gilbert Doctorow
13.11.2024
******
Das Ende des amerikanischen Exzeptionalismus
Trumps Wiederwahl wird die Macht der USA neu definieren
Von Daniel W. Drezner
(Foreign Affairs)
12.11.2024
https://afsaneyebahar.com/2024/11/15/20702698/
******
Der BRICS-Gipfel sollte das Ende des Neocon-Wahns markieren
Einfach ausgedrückt: Die Mehrheit der Welt will oder akzeptiert die US-Hegemonie nicht und ist bereit, sich ihr zu widersetzen, anstatt sich ihrem Diktat zu unterwerfen.
Von Jeffrey Sachs
11.11.2024
******
Donald Trump Great Again!
Chance für einen Wechsel in der US-Außenpolitik?
Von Wolfgang Effenberger
8.11.2024
https://afsaneyebahar.com/2024/11/08/20702643/
******
Weitere Schriften von Wolfgang Effenberger
https://afsaneyebahar.com/category/wolfgang-effenberger/
******