Der Auftakt in den 3. Dreißigjährigen Krieg jährt sich zum 25. Mal, begleitet vom abscheulichen Mega-Terroranschlag in Moskau. Von Wolfgnag Effenberger (28.3.2024)


Grußwort von Willy Wimmer (Mitglied des Deutschen Bundestags von 1976 bis 2009; Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE von 1994 bis 2000) an die aktuelle Konferenz anlässlich des 25. Jahrestages der Aggression der NATO gegen Serbien und Montenegro (die Bundesrepublik Jugoslawien):

„Der erste Schuß und die erste Bombe, die während des heutigen Konfliktes in der Ukraine abgegeben wurde oder ins Ziel traf, wurde am 24. März 1999 von NATO-Bombern im Einsatz gegen Jugoslawien abgefeuert. Es mußte erst der Kernbereich der Charta der Vereinten Nationen durch die westliche Allianz in Stücke geschossen werden, um den schändlichen Krieg gegen Jugoslawien führen zu können. Man wollte keine Welt mehr, die die gleichen Regeln teilt und Frieden bewahrt. Man wollte eine Welt, die auf Washingtons Kommando hört und sich den dortigen Regeln unterwirft. Der Angriff galt dem „Star“ der blockfreien Staaten, Jugoslawien, einem der Gründungsväter der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Während der Westen alles daran setzte, diese Konferenz bedeutungslos zu machen, gingen andere und bedeutende Staaten daran, den Grundgedanken auf friedliche Streitlösung und gute Zusammenarbeit zur BRICS- Staatengemeinschaft weiterzuentwickeln. Durch das Verhalten des Westens steuert aus Willkür die Welt auf eine gefährliche und neue Teilung zu. Der Krieg gegen Jugoslawien war der geostrategische Auslöser. Bewußt und gewollt wurde mitten im Frieden der Krieg gegen Jugoslawien begonnen und gelogen, was das Zeug hielt. Die Konferenz von Bratislava Ende April 2000 hat jedem gezeigt, daß der Krieg in Jugoslawien aus geostrategischen Gründen beginnen und längst nicht in Kursk enden sollte."

25 Jahre NATO-Aggression gegen Jugoslawien und der Anschlag in Moskau

Der Auftakt in den 3. Dreißigjährigen Krieg jährt sich zum 25. Mal, begleitet vom abscheulichen Mega-Terroranschlag in Moskau

Von Wolfgang Effenberger

28.3.2024

Am 24. März 2024 jährte sich zum 25. Mal der ohne Zustimmung der Vereinten Nationen erfolgte beispiellose Angriff der NATO gegen Jugoslawien – in erster Linie gegen die Teilrepublik Serbien.

19 NATO-Staaten schlossen sich in einer Militäroperation gegen das damalige Serbien und Montenegro zusammen und bombardierten 78 Tage lang blindlings das friedliche europäische Land nur mit dem einen Ziel: Den jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milošević bei den angeblichen ethnischen Säuberungen gegen die Kosovo-Albaner aufzuhalten, für die die NATO neun Jahre später – gegen den eindrücklichen Beschluss der UN-Resolution 1244(1) vom 10. Juni 1999 – einen eigenen Staat errichtete; allein in Europa kennen Griechenland, Rumänien, die Slowakei, Spanien und die Republik Zypern die Republik Kosovo, die letztlich nur ein Protektorat der USA/EU sind, nicht an. Mit dem Angriff gegen Jugoslawien führten die USA wieder Krieg in Europa, einen völkerrechtswidrigen Krieg, dem bis heute zahlreiche andere weltweit folgten.(2)

Der österreichische Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger deutsch-slowenischer Herkunft, Peter Handke, beschrieb seine Erinnerung an den 24. März 1999 – den Tag, an dem die völkerrechtswidrige NATO-Bombardierung gegen die Bundesrepublik Jugoslawien begann:

Jeder erwartete, dass die Bombardierung beginnt, aber als es tatsächlich passierte, war es wie eine Fiktion, als ob es nicht real wäre … Aber es wurde real! Ich erinnere mich an alles. Ich war auf der Straße, der Wind wehte und überall herrschte Stille.”(3)

Weiterlesen:

https://apolut.net/25-jahre-seit-der-nato-aggression-gegen-jugoslawien-von-wolfgang-effenberger/

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Weitere Schriften von Wolfgang Effenberger:

https://afsaneyebahar.com/category/wolfgang-effenberger/

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Serbien 1999, ein illegaler Krieg

Ein Vortrag von Daniele Ganser vom 5.12.2016 in Berlin

https://www.youtube.com/watch?v=OdoN-ThrgHk

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Mein Land

Es gibt ein persisches Lied mit dem Titel „Mein Land“, das unter anderem von der Sängerin Darya Dadvar  gesungen worden ist. Der folgende Text entstand am 9.10.2011 in Anlehnung daran und wurde den Opfern der NATO-Kriege in Jugoslawien, Afghanistan, Irak und Libyen gewidmet.



Mein Land,
das Obdach habe ich verloren.
So ziehe ich rastlos
von einem Haus zum anderen Haus,
von einem Land zum anderen Land.
Ohne dich trage ich stets
die Last der Trauer auf meinen Schultern.

Mein Land,
du bist meine einzigartige Liebe,
unzählige Zeichen von dir trage ich in mir.
Mein Land,
ohne dich fehlt mir
das Salz meiner Gedichte und Lieder.

Mein Land,
du bist tief erschöpft und verletzt
von all diesem Unrecht.
Mein Land,
du leidest,
und es ist keine Linderung in Sicht.
Mein Land,
du bist ohne Stimme, ohne Freude und ohne Gesang.

Mein Land, sag mir,
wer hat dir die Adern aufgeschlitzt?
Mein Land, sag mir,
wer hat dir Unrecht angetan?
Mein Land, sag mir,
wer hat dir das Lachen geraubt?

Mein Land,
für mich bist du wie Mond und Sterne,
du bist stets mein Ausweg,
ohne dich kann ich
keinen Schritt machen.

Deine Schätze haben sie geplündert,
um ihren eigenen Wohlstand aufrechtzuerhalten.
Dein Herz haben sie alle gebrochen,
einer nach dem anderen.

Mein Land,
du bist wie das Auge des Wartenden,
wie das Herz des Leidenden,
wie eine Steppe voller Staub.

Mein Land,
du bist tief erschöpft und verletzt
von all diesem Unrecht.
Mein Land,
du leidest,
und es ist keine Linderung in Sicht.
Mein Land,
du bist ohne Stimme, ohne Freude und ohne Gesang.




https://afsaneyebahar.com/2012/07/22/land-1587-1585-1586-1605-1740-1606-1605-14168750/