Das UN-Hilfswerk im Gaza-Krieg. Von Klaus-Dieter Kolenda (9.3.2024)

Das UN-Hilfswerk im Gaza-Krieg

Von Klaus-Dieter Kolenda

9.3.2024

Ein Bericht von Mitarbeitern des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge, die versuchen, angesichts des Massenmords an den Palästinensern in Gaza die Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten, wird hier übersetzt wiedergegeben. Ihre verzweifelten Bemühungen unterstreichen die dringende Notwendigkeit eines sofortigen humanitären Waffenstillstands als Voraussetzung dafür, dass eine ausreichende Menge von lebenswichtigen Gütern wie Medikamente, Lebensmittel, Wasser und Treibstoff nach Gaza geliefert werden  kann.

Vorbemerkungen

Kürzlich ist auf Telepolis ein Artikel mit einem von mir übersetzten, sehr bewegenden Text von Chris Hedges über die derzeitige Situation in Gaza erschienen[1]. Dort sagt der renommierte US-Journalist, er befürchte, dass die letzte Phase eines möglichen israelischen Völkermords in Gaza durch eine menschengemachte Hungerkatastrophe begonnen habe.

Hedges vermutet, dass Israel jetzt beschlossen habe, der Tätigkeit des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten, abgekürzt UNRWA, das 5,9 Millionen palästinensische Flüchtlinge mit Kliniken, Schulen, Lebensmitteln und Gesundheitsdiensten versorgt, ein Ende zu setzen, was seiner Meinung nach bereits seit Langem ein Ziel Israels gewesen sei.

Der Anlass dafür seien die unbewiesenen israelischen Anschuldigungen gegen das UNRWA, dass zwölf (!) der insgesamt 13.000 Mitarbeiter Verbindungen zu denjenigen hatten, die die Anschläge in Israel am 7. Oktober verübten, bei denen etwa 1.200 Israelis getötet und 240 Geiseln verschleppt wurden.

Diese Vorwürfe hätten inzwischen ihren Zweck erfüllt, sagt er, denn 16 der großen Geberländer, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien und auch Deutschland, seien daraufhin veranlasst worden, ihre finanzielle Unterstützung für das UN-Hilfswerk zu beenden, von der die Ernährung von fast jedem Palästinenser in Gaza abhängig ist.

Die Kündigung der finanziellen Unterstützung durch die wichtigsten Geberländer werde in wenigen Wochen dazu führen, dass das UNRWA nicht mehr weiterarbeiten könne.

Am 13. Februar 2024 erschien in der weltweit hoch angesehenen britischen medizinischen Fachzeitschrift The Lancet ein Artikel von Mitarbeitern des UN-Hilfswerks mit dem Titel „UNRWA at the frontlines: managing health care in Gaza during catastrophe“ (deutsch: „Das UNRWA an den Frontlinien: Gesundheitsversorgung in Gaza in der Katastrophe“). In diesem Bericht schildern die Mitarbeiter, mit welchen Herausforderungen das UN-Hilfswerk derzeit bei der Gesundheitsversorgung in Gaza zu kämpfen hat[2]. Über diesen Artikel, den ich ins Deutsche übertragen habe, werde ich im Folgenden mit freundlicher Zustimmung der Autoren in Gaza berichten: …

Weiterlesen: https://www.nachdenkseiten.de/?p=112190

PDF: https://www.nachdenkseiten.de/?p=112190&pdf=112190

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Siehe auch:

Nicaragua hat Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof wegen Beihilfe zum Völkermord in den besetzten palästinensischen Gebieten, insbesondere im Gazastreifen, angeklagt.

https://afsaneyebahar.com/2024/03/07/20698635/

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Der März in Gaza beginnt, wie der Februar geendet hat – mit Tod und Zerstörung.

Von Karin Leukefeld

4.3.3024

https://afsaneyebahar.com/2024/03/05/20698603/

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UNRWA Situation Report #84 on the situation in the Gaza Strip and the West Bank, including East Jerusalem

All information from 27–28 February 2024, is valid as of 28 February 2024 at 22:30

March 1, 2024

https://afsaneyebahar.com/2024/03/01/20698490/

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Milde Gaben statt Frieden

Keine Einigung um Waffenruhe zu Ramadan. Schiffe mit Hilfslieferungen sollen im Gazastreifen Abhilfe schaffen

Von Karin Leukefeld

9.3.2024

https://www.jungewelt.de/artikel/470962.gazakrieg-milde-gaben-statt-frieden.html

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