Ein Jahrestag, den der Westen lieber vergessen würde. Von M. K. Bhadrakumar

 

„[…] Heute ist der Jahrestag der Belagerung von Leningrad mit Sicherheit ein Ereignis, an das sich die USA und viele ihrer europäischen Verbündeten lieber nicht erinnern würden. Doch auch seine aktuelle Bedeutung ist nicht zu übersehen.

Die nationalsozialistische Führung beabsichtigte, die gesamte Bevölkerung Leningrads durch erzwungenen Hungertod auszurotten. Der Hungertod war eine bewusste Maßnahme des Deutschen Reiches. Nach den Worten von Joseph Goebbels hatte Adolf Hitler "die Absicht, Städte wie Moskau und St. Petersburg auszurotten". Dies sei "notwendig", schrieb er im Juli 1941, "denn wenn wir Russland in seine Einzelteile zerlegen wollen", dürfe es "kein geistiges, politisches und wirtschaftliches Zentrum mehr haben". […] 

[…] Im Klartext: Die Bevölkerung Leningrads wurde dem Hungertod überlassen – ähnlich wie die Millionen sowjetischer Kriegsgefangener, die von der Wehrmacht festgehalten wurden. Der Historiker Jörg Ganzenmüller schrieb später, dass diese Form des Massenmordes für Berlin kostengünstig war, denn es war "Völkermord durch Nichtstun".

"Völkermord durch Nichtstun"! Diese abschreckenden Worte gelten auch heute noch für die "Sanktionen aus der Hölle" des Westens mit dem Hintergedanken, Russland "auszuradieren" und fünf neue Staaten aus seiner riesigen Landmasse mit fabelhaften Ressourcen herauszuschneiden, die von der industriellen Welt unterworfen werden könnten.

Die Mutter aller Ironien ist, dass Deutschland auch heute noch an der Spitze der Strategie des "Völkermords durch Nichtstun" steht, um die Russische Föderation zu schwächen und in die Knie zu zwingen. Die Biden-Administration verließ sich auf eine Troika von drei deutschen Politikern, die bei diesem gescheiterten Versuch, Russland auszulöschen, die Hauptlast trugen: die EU-Spitzenbürokratin in Brüssel Ursula von der Layen, Bundeskanzler Olaf Schulz und Außenministerin Annalena Baerbock. 

George Santayana, der spanisch-amerikanische Philosoph, Essayist, Dichter und Romancier, sagte einmal: "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." Auf diese Weise gedeihen die Rechtsextremen. […]“

 

Ein Jahrestag, den der Westen lieber vergessen würde

Von M. K. Bhadrakumar

16.1.2024

https://www.indianpunchline.com/an-anniversary-west-would-rather-forget/

Übersetzung von Andreas Mylaeus

In zehn Tagen jährt sich ein epochaler Tag in der modernen Geschichte, der dem russischen Volk noch in lebendiger Erinnerung ist. Die Belagerung von Leningrad, die wohl grausamste Episode des Zweiten Weltkriegs, die 900 Tage andauerte, wurde am 27. Januar 1944, also vor genau achtzig Jahren, von der Roten Armee der Sowjetunion beendet.

Die Belagerung wurde von mehr als drei Millionen Menschen ertragen, von denen fast die Hälfte starb, die meisten von ihnen in den ersten sechs Monaten, als die Temperatur auf 30° unter Null fiel. Es war ein apokalyptisches Ereignis. Zivilisten starben an Hunger, Krankheiten und Kälte. Dennoch war es ein heldenhafter Sieg. Die Leningrader versuchten nie, sich zu ergeben, obwohl die Lebensmittelrationen auf ein paar mit Sägemehl vermischte Brotscheiben reduziert waren und die Einwohner Leim, Ratten und sogar einander aßen, während die Stadt ohne Wasser, Strom, Treibstoff oder Transportmittel war und täglich beschossen wurde.

Weiterlesen:

https://seniora.org/wunsch-nach-frieden/der-wunsch-nach-frieden/bhadrakumar-ein-jahrestag-den-der-westen-lieber-vergessen-wuerde

PDF: MKB16.1.2024

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Siehe auch:

Waffen für Israel (II)

Bundesregierung will Lieferung von 10.000 Schuss Munition an Israel genehmigen. Deutsche Unterstützung für Israel im Genozidverfahren vor dem Internationalen Gerichtshof wird im Globalen Süden scharf kritisiert.

Von German-Foreign-Policy.com

18.1.2024

https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9457

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Deutschland will Israel mit Panzermunition beliefern, während sich die Zahl der Toten in Gaza 25.000 nähert

Berlin hat außerdem seine Absicht angekündigt, im Völkermordfall vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) zugunsten von Israel zu intervenieren.

Von The Cradle-Nachrichtenredaktion

Übersetzung von Andreas Mylaues

17.1.2024

https://seniora.org/politik-wirtschaft/deutschland-will-israel-mit-panzermunition-beliefern-waehrend-sich-die-zahl-der-toten-in-gaza-25-000-naehert

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„Wir bewegen uns von einer Nachkriegs- zu einer Vorkriegswelt“

Von Florian Rötzer

17.1.2024

https://overton-magazin.de/top-story/wir-bewegen-uns-von-einer-nachkriegs-zu-einer-vorkriegswelt/

Am Montag verkündete Bild, um einen tags zuvor veröffentlichten Bericht zu verstärken, unter dem seltsamen Titel „Putin-Angriff ‚näher als die meisten denken“, dass sich die Bundeswehr angeblich auf einen Krieg der Nato gegen Russland vorbereite. Es herrsche „Riesen-Nervosität in Europa“, weiß die Zeitung und behauptet: „In einem detaillierten Schritt-für-Schritt-Plan spielen die Bundeswehr-Experten eine russische Eskalation durch – und was die Nato unternehmen müsste, um Moskau in die Schranken zu weisen.“

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Nach 10 Jahren Vorbereitung: NATO kriegsbereit gegen Russland

Von Wolfgang Effenberger

11.1.2024

https://afsaneyebahar.com/2024/01/11/20697803/

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Jetzt verstehe ich meine Eltern.

Von Albrecht Müller

25.1.2023

https://afsaneyebahar.com/2023/01/25/20694602/

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