Libanon – Israel bombardiert Rettungswagen, Kliniken und Brücken. Von Karin Leukefeld (7.4.2026)

Libanon – Israel bombardiert Rettungswagen, Kliniken und Brücken

Der Sprecher der israelischen Armee veröffentlichte am letzten März-Wochenende die „dringende und ernste Warnung“ an Rettungsfahrzeuge und medizinische Einrichtungen, die militärisch von der „Terrororganisation“ Hisbollah genutzt würden. Sollte das nicht aufhören, werde Israel „in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht“ dagegen vorgehen. IDF-Sprecher Oberst Avichay Adraee ist im Libanon gut bekannt. Seine „Warnungen“ bringt er in Arabisch vor, sie bedeuten Vertreibung, Zerstörung und Tod.

Von Karin Leukefeld

7.4.2026

Am 28. März 2026

Die Ankündigung Israels, Rettungssanitäter und Kliniken anzugreifen, wirkte wie die Antwort auf eine Pressekonferenz des libanesischen Gesundheitsministers Rakan Nassreddine am Samstag, 28. März. 46 Rettungssanitäter und fünf Mitarbeiter in Kliniken seien seit dem 2. März von Israel getötet worden, teilte der Minister den Journalisten in Beirut mit. Neun der getöteten Rettungssanitäter seien am Tag der Pressekonferenz im Südlibanon bei verschiedenen israelischen Angriffen getötet worden. Vier der Opfer arbeiteten demnach für das Islamische Gesundheitskomitee der Hisbollah, fünf gehörten zu den Risala Scouts der Amal Bewegung, die als Freiwillige im Einsatz waren. In den meisten Fällen – übrigens auch im Iran – nutzt die israelische Armee die so genannten „Double Taps“ – Doppelschläge. Danach wird der erste Angriff auf ein Ziel gelenkt. Der zweite Angriff folgt, wenn Rettungssanitäter oder andere Personen, die Zeuge des ersten Angriffs wurden, zu Hilfe eilen. Häufig folgt bald darauf noch ein dritter Angriff.

Am gleichen Tag

Am gleichen Tag hatte die israelische Luftwaffe drei libanesische Journalisten getötet, die im Gebiet von Jezzine im südlichen Libanon unterwegs waren. Für sie gab es keine Warnung. Vier Raketen zerstörten ihr Fahrzeug, ein Rettungssanitäter, der helfen wollte, wurde auch getötet. Zwei der Journalisten – Fatima Ftouni und ihr Bruder Mohamad Ftouni, ein freiberuflicher Fotojournalist – hatten für den Nachrichtensender Al Mayadeen gearbeitet. Der dritte Journalist – Ali Shoeib – war ein erfahrener Kriegskorrespondent für den Nachrichtensender Al Manar, der der Hisbollah nahesteht. Shoeibs Markenzeichen war eine weiße Baseballkappe, mit der er überall leicht zu erkennen war.

Der Angriff wurde international verurteilt. Die drei UN-Sonderberichterstatter Irene Khan (Recht auf Meinungs- und Ausdrucksfreiheit), Morris Tidball-Binz (außergerichtliche, kollektive oder willkürliche Hinrichtung) and Ben Saul (Schutz der Menschenrechte, und der fundamentalen Freiheit im Kampf gegen Terror) teilten in einer gemeinsamen Erklärung mit, „die absichtliche Tötung von Journalisten, die nicht Teil von militärischen Auseinandersetzungen sind, ist eine schwere Verletzung des internationalen humanitären Rechts (…) und ein Kriegsverbrechen.“ Journalisten, die beruflich von Kriegsschauplätzen berichteten, seien Zivilisten „und dürfen nicht angegriffen oder zum Ziel eines Angriffs gemacht werden.“

Weiterlesen:

https://globalbridge.ch/libanon-israel-bombardiert-rettungswagen-kliniken-und-bruecken/

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Siehe auch:

Zur Erinnerung: Israel und die Atombombe. Dokumentationen

31.3.2026

https://afsaneyebahar.com/2026/04/01/20706592/

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Die Mitschuld der Schweigenden

7.4.2026

https://afsaneyebahar.com/2026/04/07/20706721/

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Vom Kollateralschaden zum Doppelschlag – Kriegsverbrechen als Routine

Was vor etlichen Jahren weltweit für Entsetzen sorgte, wird heute hingenommen. Die absichtliche Tötung von Zivilisten und die absichtliche Zerstörung ziviler Infrastruktur sind Kriegsverbrechen und brechen internationales und humanitäres Recht. Die Länder und Regierungen, die Kriegsverbrecher nicht isolieren und ächten – wie das internationale Recht und die UN-Charta es vorsehen, sind Mittäter. Das gilt für den Völkermord gegen die Palästinenser im Gazastreifen und im Westjordanland, das gilt auch für den aktuellen Angriff auf Iran und Libanon.

Von Karin Leukefeld

24.3.2026

https://afsaneyebahar.com/2026/03/29/20706561/

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Geht Donald Trump der Arsch auf Grundeis?

Es gibt politische Situationen, die kippen nicht plötzlich – sie kippen langsam, fast unmerklich. Bis zu dem Punkt, an dem selbst die lautesten Drohungen nicht mehr wie Stärke wirken, sondern wie ein Echo der eigenen Unsicherheit. Genau an diesem Punkt steht Donald Trump.

Von Uwe Froschauer

7.4.2026

https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/geht-donald-trump-der-arsch-auf-grundeis/

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„Ein Angriff auf den Iran ist ein Angriff auf die BRICS und die multipolare Welt“

Nach Auffassung von Mohammad Marandi, Professor für englische Literatur an der Universität Teheran und politischer Analyst, versuchen die USA verzweifelt, ihr Imperium zu erhalten. Das brasilianische Onlineportal Brasil de Fato sprach mit ihm über die aktuellen Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA, die jüngsten Proteste im Land, das politische System im Iran sowie die Folgen der jahrzehntelangen Sanktionen und die dennoch erreichten Errungenschaften für die Bevölkerung und die Entwicklung des Landes.

Von Marco Fernandes

7.4.2026

https://www.nachdenkseiten.de/?p=148769

PDF: https://www.nachdenkseiten.de/?p=148769&pdf=148769

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„Wir verlieren diese Kriege“ – EU-Abgeordneter warnt vor Kollaps des Westens

Patrik Baab im Gespräch mit dem Mitglied des Europäischen Parlaments Michael von der Schulenburg

6.4.2026

https://afsaneyebahar.com/2026/04/07/20706713/

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Trump im “Wag The Dog”-Krieg

Von Mathias Broeckers

6.4.2026

https://www.broeckers.com/2026/04/06/trump-im-wag-the-dog-krieg/

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Trump durchschauen

Von Craig Murray

Englischer Originalartikel: 21.3.2026

https://www.craigmurray.org.uk/archives/2026/03/seeing-trump-clearly/

Deutsche Übersetzung: 8.4.2026

https://free21-magazin.de/trump-durchschauen/

PDF: https://free21-magazin.de/wp-content/uploads/2026/04/03_Murray-Trump-durchschauen.pdf

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