Vom Wüstenrand zum Meeresstrand
Eine Durchquerung des Elburs-Gebirges (Iran) von Teheran ans Kaspische Meer
Erwandert, fotografiert und beschrieben von Hans Losse
Nein, er wüsste niemanden, der so etwas schon einmal gemacht hätte, sagt uns Herr Nouroussi von der Iranian Mountaineering Federation im Frühsommer 1975. Aber möglich wäre es wohl schon. Zehn Tage müssten wir für diese kleine Expedition sicher ansetzen. Einwände gäbe es keine. Im Gegenteil – man freue sich über neue bergsteigerische Unternehmungen im Iran.
Kartenmaterial kann die Federation nicht zur Verfügung stellen. Vom Geographischen Institut erhalten wir, mein damaliger Schüler Alexander Angerhofer und ich, lediglich einige sehr alte Lichtpausen aus dem Jahre 1907. Teheran endet auf ihnen an der Shah Reza Avenue, und Tajrich ist ein kleines vorgelagertes Bergdorf am Elbursrand. Aber für die Berge macht das ja nichts, Höhen und Wasserläufe verändern sich ja nicht in Zeitspannen menschlicher Generationen.
So machen wir uns dann an einem heißen Augustnachmittag auf den Weg. Die erste Tagesstrecke ist der uns von vielen Wanderungen bekannte Anstieg zur Shirpala-Hütte. Aber mit fünfzehn Kilo Gepäck auf dem Rücken ist auch das schon etwas anderes als auf einer Tagestour zum Towchal (3956 m), dem Hausberg Teherans. Und stärker als uns die Last des Gepäcks zurückzieht, treiben uns Entdeckerfreude und Abenteuerlust voran. Zu zweit sind wir von den ursprünglich geplanten sieben Teilnehmern übriggeblieben. Als die Vorbereitungen ernst werden und der Beginn der Tour näher rückt, springt einer nach dem anderen ab. Aber das kannten wir von früheren großen Bergtouren ja schon. Ein 17-jähriger Schüler wandert schließlich mit seinem Mathematiklehrer acht Tage lang auf nicht markierten Pfaden einen in seiner Gesamtlänge noch unbegangenen Weg.
Weiterlesen:
Teil1: Über die Dörfer
Teil 2: Durch die langen Täler (Ostroute)
Teil 3: Über die hohen Pässe
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Gemeinsame Gespräche (11.10.2020) für meine Enkelkinder Einige meiner Gesprächspartner kommen aus den vergangenen Jahrhunderten andere aus der Gegenwart manche aus dem Nahen Osten und Mittelamerika andere von nebenan Wir sind miteinander verbunden durch unsere tiefe Ehrfurcht vor dem Leben unser bewegendes Bedürfnis nach Wärme und Nähe sowie die beseelende Sehnsucht nach Gerechtigkeit Ab und an werden unsere Gespräche durch meine Enkelkinder unterbrochen mit ihren Fragen, Beobachtungen und Bitten So bleibt meine Erdung beständig ֎֎֎