„Nacht und Träume werden Licht“. Über eine verdrängte Friedenshymne
Von Andreas Peglau
1.2.2026
Das übliche, staatlich, medial und „wissenschaftlich“ gestützte DDR-Verteufeln führt dazu, dass gleichzeitig eine Vielzahl bedeutender künstlerischer Leistungen mit in die Verdrängung gerissen werden. Das betrifft auch einen Text, der gerade heute wieder zu Gehör gebracht werden sollte.
Die Grundlage für diesen Text wurde vor mehr als 200 Jahren gelegt – von Ludwig van Beethoven.
Am 22. Dezember 1808 fand im Theater an der Wien ein legendäres Konzert mit Überlänge statt: um die vier Stunden. Beethoven leitete die Uraufführungen seiner fünften und sechsten Sinfonie (der „Schicksals-Sinfonie“ und der „Pastorale“), des Klavierkonzertes Nr. 4, einer Arie und von drei Sätzen seiner C-Dur-Messe. Doch damit nicht genug. Wie Pianist Carl Cerny berichtet, kam dem Meister „kurz vorher die Idee“, das musikalische Mammutereignis durch „ein glänzendes Schlußstück“ abzurunden. Aus einem Motiv, das er zur Vertonung eines Gedichts von Gottfried August Bürger entworfen hatte, kreierte Beethoven die „Fantasie für Klavier, Chor und Orchester, op. 80“: ein knapp 20-minütiges Stück, das in manchen Momenten wie eine Vorwegnahme der berühmten „Neunten“ anmutet. Der Chor tritt allerdings erst vier Minuten vor Schluss in Erscheinung. Bei der Premiere saß der bereits unter Ertaubung leidende Komponist selbst am Klavier: sein letzter öffentlicher Auftritt als Virtuose. Die zu singenden Verse hatte – nach inhaltlichen Vorgaben Beethovens – der Dichter Christoph Kuffner beigesteuert. Wohl weil dies unter erheblichem Zeitdruck geschah, war Beethoven nicht besonders glücklich mit dessen Reimen.
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Siehe auch:
Deutschland auf der Couch – Robert Stein im Gespräch mit Dr. Hans-J. Maaz und Dr. Andreas Peglau
21.11.2025
https://afsaneyebahar.com/2025/11/21/20705652/
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Weitere Schriften von Andreas Peglau
https://andreas-peglau-psychoanalyse.de/
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