Venezuela. Drei Beiträge von Michael Hollister (5.1.2026)

Venezuela. Drei Beiträge von Michael Hollister

www.michael-hollister.com

Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

Quelle: https://globalbridge.ch/venezuela-eskalation-mit-ansage-was-die-us-thinktanks-planten-wird-jetzt-realitaet/

"[...] Es gibt eine Formel für amerikanische Interventionen im 21. Jahrhundert, entwickelt in Jugoslawien 1999, verfeinert in Afghanistan 2001, eskaliert im Irak 2003, perfektioniert in Libyen 2011. Und sie wird jetzt, 2025, für Venezuela reaktiviert.

Die Formel hat sechs Elemente:
1. Humanitärer/sicherheitspolitischer Vorwand
2. Schrittweise militärische Positionierung
3. Wirtschaftliche Strangulation
4. Mediale Dämonisierung des Regimes
5. Begrenzte Luftschläge (keine Bodeninvasion)
6 Regime-Kollaps durch internen Druck

Venezuela 2025 folgt diesem Muster mit erschreckender Genauigkeit. Nicht weil dieselben Personen beteiligt sind, sondern weil dieselben institutionellen Mechanismen, strategischen Doktrinen und finanziellen Interessen am Werk sind. [...]"

 

"[...] Kriege haben Profiteure. Immer.

Und diese Profiteure operieren nicht im Verborgenen. Ihre Namen sind öffentlich. Ihre Geldflüsse sind nachvollziehbar. Ihre Verbindungen sind dokumentiert. Was fehlt, ist der Wille, diese Zusammenhänge zu benennen.

In diesem zweiten Teil folgen wir dem Geld. Wir identifizieren die Konzerne, die an Eskalation verdienen. Wir benennen die Politiker, die von ihnen finanziert werden. Wir analysieren die Think Tanks, die die strategischen Blaupausen liefern. Und wir zeigen, wie all diese Akteure zusammenwirken – nicht als Verschwörung, sondern als strukturelle Realität eines Systems, in dem Außenpolitik käuflich ist.

Was folgt, ist ernüchternd. Denn es zeigt: Die Entscheidung über Krieg und Frieden wird nicht nach humanitären oder sicherheitspolitischen Kriterien getroffen. Sie wird nach Profitabilität und Spenderinteressen getroffen.

Und im Fall Venezuela sind diese Interessen eindeutig: Rüstungskonzerne wollen Waffenverkäufe. Energiekonzerne wollen Marktdominanz. Exil-Netzwerke wollen Rache und politische Macht. Think Tanks wollen Relevanz. Und Politiker wollen Wahlkampfspenden.

Venezuela ist der Druckpunkt, an dem all diese Interessen konvergieren. Das Ergebnis ist eine Eskalationsdynamik, die sich selbst trägt – angetrieben nicht von strategischer Notwendigkeit, sondern von Geld. [...]"

1)

Venezuela, China und die Verteidigung des Petrodollars – Ein Libyen 2.0?

Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela hat wenig mit Drogenbekämpfung zu tun – und alles mit Öl, China und dem bedrohten Petrodollar. Während Washington militärisch aufrüstet, verkauft Caracas sein Öl zunehmend in Yuan und Tether. Die Frage drängt sich auf: Steht ein „Libyen 2.0“ bevor – ein Angriff zur Verteidigung der globalen Dollarordnung?

Von Michael Hollister

5.11.2025

https://free21.org/venezuela-china-und-die-verteidigung-des-petrodollars-ein-libyen-2-0/

PDF: MH5.11.2025

2)

Venezuela-Intervention

Während Washington offiziell von „Drogenbekämpfung“ spricht, zeigt die militärische Realität ein anderes Bild: F-35-Staffeln, eine aufmarschierte 4. US-Flotte, eine komplette Eskalationsleiter des Atlantic Council – und ein Drehbuch, das Schritt für Schritt dem Libyen-Modell von 2011 folgt. Hinter der Kulisse geht es um weit mehr als Maduro: Es geht um Chinas Energieversorgung, den Petrodollar und die Frage, wie weit Washington bereit ist zu gehen. Teil 1 dieser Analyse seziert die operative Vorbereitung – mit Namen, Strukturen und der geopolitischen Logik, die Venezuela in den kommenden Wochen ins Zentrum eines globalen Machtkampfs rücken könnte.

Wer profitiert, wer plant, wer zahlt? Wer Venezuela verstehen will, muss dem Geld folgen.
Teil 2 zeigt, welche Akteure hinter der drohenden Intervention stehen: Rüstungskonzerne, Energieimperien, Think-Tanks, Exil-Netzwerke und Wahlkampfspender – samt Namen, Summen und dokumentierten politischen Hebeln. Die Analyse entlarvt die Mechanik eines Systems, in dem Interventionen nicht aus Sicherheitsgründen beschlossen werden, sondern weil mächtige Gruppen Milliarden verdienen, Einfluss erweitern oder geopolitische Rivalen schwächen wollen. Dieses Kapitel seziert die unsichtbaren Architekten des kommenden Konflikts – und zeigt, warum Venezuela zum Knotenpunkt globaler Machtinteressen geworden ist.

5.12.2025

Teil 1:

https://www.michael-hollister.com/de/2025/12/05/venezuela-intervention/

Teil 2:

https://www.michael-hollister.com/de/2025/12/05/venezuela-intervention-3/

Teil 1 und 2 als PDF-Datei: MH5.12.2025

"[...] Schlusswort: Die strukturellen Kräfte sind stärker als jede Warnung

Wer stoppt es?

Wir haben dokumentiert:
- Wer profitiert: Rüstungskonzerne, Energielobbys, Exil-Netzwerke
- Wie das Geld fließt: Von Lockheed zu Cotton, von Koch zu Rubio, von Exil-Gruppen zu Trump

- Welche Think Tanks das Drehbuch schreiben: CSIS, Heritage, Atlantic Council (wie in Teil 1 gezeigt), AEI, RAND
- Welche Risiken bestehen: China-Konfrontation, Stellvertreterkrieg, humanitäre Katastrophe

Alles liegt offen. Die Namen sind bekannt. Die Papiere sind publiziert. Die Geldflüsse sind nachvollziehbar.

Und trotzdem geschieht es.

Nicht weil es unvermeidbar wäre. Sondern weil die strukturellen Kräfte – die finanziellen Interessen, die geopolitischen Imperative, die innenpolitischen Anreize – stärker sind als jede Warnung.

Wer könnte es stoppen?

Nicht die Think Tanks. Sie haben ihre Papiere geschrieben und werden dafür bezahlt.

Nicht die Rüstungskonzerne. Sie verdienen an Eskalation.

Nicht die Politiker. Sie sind abhängig von Spendern.

Nicht die Medien. Sie berichten Bruchstücke, ohne das Gesamtbild zu zeigen.

Was bleibt?

Die Öffentlichkeit. Die Zivilgesellschaft. Diejenigen, die Fragen stellen. Die Zusammenhänge aufzeigen. Die Transparenz schaffen.

Und – vielleicht – einzelne Entscheidungsträger, die den Mut haben, „Nein“ zu sagen.

Die Geschichte zeigt: Das ist selten.

Aber nicht unmöglich. [...]"

3)

Venezuela: Eskalation mit Ansage – Was die US-Thinktanks planten, wird jetzt Realität

4.1.2026

https://globalbridge.ch/venezuela-eskalation-mit-ansage-was-die-us-thinktanks-planten-wird-jetzt-realitaet/

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Siehe auch:

Trump der Raubritter

Die USA sind nicht nur moralisch am Ende, sondern auch finanziell – der wahre Grund für das Kidnapping Maduros ist die Refinanzierung der amerikanischen Staatsfinanzen.

Von Peter Hänseler

4.1.2026

https://forumgeopolitica.com/de/artikel/trump-der-raubritter

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Koloniale Ambitionen

Bundeskanzler Merz will im US-Angriffskrieg gegen Venezuela nichts Verurteilenswertes erkennen und zeigt sich zufrieden mit der Verschleppung von Präsident Maduro. Regierungen in Afrika prangern „koloniale Ambitionen“ der USA an.

Von German-Foreign-Policy.com

5.11.2026

https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10248

PDF: gfp5.1.2026

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Trump lässt die Maske fallen

Was bedeutet der US-Angriff auf Venezuela?

Trumps Angriff auf Venezuela und die Entführung des Präsidenten des Landes nach Mafia-Manier haben die Welt schockiert, dabei konnte der Angriff nicht wirklich überraschen. Was bedeutet der Angriff für die künftige Politik der USA?

Von Thomas Röper

5.1.2026

https://anti-spiegel.ru/2026/was-bedeutet-der-us-angriff-auf-venezuela/

PDF: TR5.1.2026

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Wurde Maduro „gegangen“ oder „ging“ er freiwillig?

Von Jochen Mitschka

5.1.2026

https://tkp.at/2026/01/05/wurde-maduro-gegangen-oder-ging-er-freiwillig/

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UN-Krisensitzung nach gewaltsamer Entführung Maduros

5.1.2026

https://vkvideo.ru/video-134310637_456289117

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My Briefing to the UN Security Council Regarding US Aggression Against Venezuela

The issue before the Council is whether any Member State—by force, coercion, or economic strangulation—has the right to determine Venezuela’s political future or to exercise control over its affairs.

By Jeffrey D. Sachs

January 5, 2026

https://www.commondreams.org/opinion/jeffrey-sachs-un-security-council-venezuela

PDF: JS5.1.2026

Deutsche Übersetzung: https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/meine-unterrichtung-des-un-sicherheitsrats-bezueglich-der-aggression-der-usa-gegen-venezuela/

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