Der lange Krieg zur Bestätigung der Vorherrschaft des Westens und Israels verändert seine Form
Von Alastair Crooke
2.12.2024
Übersetzung von Andreas Mylaeus
Der Nahe Osten ist nicht mehr „konservativ“. Vielmehr bahnt sich ein ganz anderes „Erwachen“ an.
Der lange Krieg zur Bestätigung der Vorherrschaft des Westens und Israels verändert seine Form. An einer Front hat sich die Kalkulation in Bezug auf Russland und den Ukraine-Krieg verschoben. Und im Nahen Osten verschieben sich der Ort und die Form des Krieges auf eine deutliche Weise.
Die berühmte Sowjetdoktrin von Georges Kennan bildete lange Zeit die Grundlage der US-Politik, die sich zunächst gegen die Sowjetunion und später gegen Russland richtete. Kennans These aus dem Jahr 1946 lautete, dass die Vereinigten Staaten geduldig und entschlossen daran arbeiten müssten, die sowjetische Bedrohung zu vereiteln und die inneren Risse im sowjetischen System zu verstärken und zu vertiefen, bis seine Widersprüche den Zusammenbruch von innen heraus auslösen würden.
In jüngerer Zeit hat sich der Atlantic Council auf die Kennan-Doktrin berufen, um zu empfehlen, dass seine Grundzüge als Grundlage für die US-Politik gegenüber dem Iran dienen sollten. „Die Bedrohung, die der Iran für die USA darstellt, ähnelt der Bedrohung durch die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Hinsicht lässt sich die von George Kennan skizzierte Politik für den Umgang mit der Sowjetunion in gewisser Weise auf den Iran anwenden“, heißt es in dem Bericht des Atlantic Council.
Im Laufe der Jahre hat sich diese Doktrin zu einem ganzen Netzwerk von Sicherheitsvereinbarungen verfestigt, die auf der archetypischen Überzeugung basieren, dass Amerika stark und Russland schwach ist. Russland müsse das „wissen“, und daher, so wurde argumentiert, sei es für russische Strategen unlogisch, sich vorzustellen, sie hätten eine andere Wahl, als sich der Übermacht zu beugen, die die kombinierte militärische Stärke der NATO gegenüber einem „schwachen“ Russland darstelle. Und sollten russische Strategen unklugerweise weiterhin den Westen herausfordern, so hieß es, würde die inhärente Gegensätzlichkeit einfach dazu führen, dass Russland zerbricht.
Weiterlesen: AC2.12.2024
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Siehe auch:
Israel tut, was es tut; es war immer so geplant
„Nettigkeiten“ werden nichts an diesem Paradigma ändern. Scheitern schon.Von Alastair Crooke
14.10.2024
https://afsaneyebahar.com/2024/10/15/20702248/
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„Keine spontane Aktion – Moskau und Teheran besorgt über Lage in Syrien
Die Regierungen Russlands und Irans äußern ihre Besorgnis über die Eskalation in Syrien. Damaskus wehrt die Angriffe der Terroristen in Aleppo und Idlib mit russischer Luftunterstützung ab. Experten halten den Vorstoß für eine seit Längerem geplante Operation.
Von Irina Taran
2.12.2024
https://gegenzensur.rtde.world/der-nahe-osten/228005-keine-spontane-aktion-zur-lageentwicklung/
PDF: IT2.12.2024
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Russland hat oft auf die Redlichkeit des Westens vertraut – Das sollte nun vorbei sein
Russland ist in der Vergangenheit mehrmals gutgläubig in die Falle getappt, weil es auf die Redlichkeit des Westens vertraute. In jüngster Vergangenheit sind da die Leichtfertigkeit Michail Gorbatschows oder Wladimir Putins Festhalten an den Minsker Verträgen zu nennen. Einiges deutet darauf hin, dass es mit der Vertrauensseligkeit nun vorbei ist.
Von Kirill Strelnikow
2.12.2024
https://gegenzensur.rtde.world/meinung/227947-westen-ist-sich-sicher-dass/
PDF: KS2.12.2024
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Vormarsch der Vlog-Jihadisten: Was bedeutet das Wiederaufflammen des Syrien-Krieges für Russland
Nach dem raschen Fall der zweitgrößten Stadt Syriens und der gemeinsamen Großoffensive im Nordwesten des Landes, die niemand wirklich verheimlicht hat, stellt sich zunehmend die Frage: Wer greift Aleppo in Wahrheit an? Der russische Kriegsberichterstatter Semjon Pegow kennt die Antwort.
Von Semjon Pegow
1.12.2024
PDF: SP1.12.2024
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A surprise assault on Syria, but can it last?
The wave of enemy destabilization ploys jumped from Lebanon to Syria this week, with a swarm of foreign-backed extremists breaking into Aleppo. Israel warned that Syria was next, but can the militants do today what they couldn’t achieve for almost a decade?
By Haidar Mustafa
November 30, 2024
https://thecradle.co/articles/a-surprise-assault-on-syria-but-can-it-last
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Die Welt der Kriege
Neue SIPRI-Rangliste: Die größten deutschen Waffenschmieden wuchsen 2023 deutlich schneller als der globale Durchschnitt. Ein hohes Rüstungswachstum verzeichneten auch die asiatischen Verbündeten des Westens gegen China.
Von German-Foreign-Policy.com
3.12.2024
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9782
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Israels Ex-Verteidigungsminister spricht von ethnischer Säuberung im Gazastreifen Mit heftigen Worten hat der frühere Armeechef Moshe Ya'alon das Vorgehen seines Landes gegen die Palästinenser kritisiert: Im Gazastreifen werde "das Land von Arabern gesäubert". 1.12.2024 https://gegenzensur.rtde.world/der-nahe-osten/227924-israels-ex-verteidigungsminister-spricht-von/ Israels Ex-Verteidigungsminister Moshe Ya'alon hat der Armee seines Landes eine "ethnische Säuberung" im Gazastreifen vorgeworfen. "Die Straße, die wir entlanggeführt werden, ist Eroberung, Annexion und ethnische Säuberung", sagte Ya'alon am Samstag in einem Interview mit dem privaten Sender DemocraTV. Auf die Nachfrage der Journalistin, ob er glaube, dass Israel sich in Richtung "ethnische Säuberung" bewege, sagte Ya'alon: "Was passiert dort? Es gibt kein Beit Lahia mehr, kein Beit Hanoun, die Armee interveniert in Dschabalia und in Wahrheit wird das Land von Arabern gesäubert." Der 74 Jahre alte Ya'alon war von 2002 bis 2005 Armeechef, bevor Israel sich aus dem Gazastreifen zurückzog. Er war Verteidigungsminister und Vize-Ministerpräsident, bevor er im Jahr 2016 wegen Meinungsverschiedenheiten mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zurücktrat. Im Jahr 2019 verbündete er sich mit dem aktuellen Oppositionschef Jair Lapid, bis er sich 2021 aus der Politik zurückzog. Seine jüngsten Äußerungen lösten in Israel umgehend Verärgerung aus. Der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir sagte, es sei eine "Schande" für Israel, "so eine Person als Armeechef und Verteidigungsminister gehabt zu haben". Netanjahus Likud-Partei verurteilte Ya'alons "unehrliche Bemerkungen" und bezeichnete sie als "Geschenk für den IStGH und das Lager der Israelfeinde".
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