Das Imperium schlägt zurück: Farbrevolutionen in Süd- und Südostasien. Von Pepe Escobar (20.8.2024)

Das Imperium schlägt zurück: Farbrevolutionen in Süd- und Südostasien

Von Pepe Escobar

20.8.2024

https://sputnikglobe.com/20240820/pepe-escobar-the-empire-strikes-back-color-revolutions-in-south-and-southeast-asia–1119840158.html

Übersetzung von Andreas Mylaeus

Das unipolare Moment, das nach und nach in ganz Eurasien ausgelöscht wird, impliziert eine verzweifelte Gegenreaktion des Imperiums, indem es die Front der Farb-Revolutionen vervielfacht. Konzentrieren wir uns hier auf Süd- und Südostasien.

Letzte Woche besuchte der chinesische Außenminister Wang Yi in zwei verschiedenen Missionen Myanmar und Thailand.

In Myanmar ging es um einen weiteren Vermittlungsversuch im Zusammenhang mit dem hartnäckigen Konflikt zwischen der mehrheitlich birmanischen Regierung in Naypyidaw und einer losen Allianz von Dutzenden von Rebellengruppen ethnischer Minderheiten, die alle möglichen Beschwerden vorbringen. Zu einigen von ihnen unterhält China Beziehungen.

In Thailand war die Mission geoökonomischer Natur: Treffen mit den Mekong-Flussstaaten, Vorsitz bei der 9. Außenministertagung der Lancang-Mekong-Kooperation (LMC) und geoökonomische Gespräche mit Diplomaten aus Laos, Myanmar, Thailand, Kambodscha und Vietnam.

Die LMC ist recht ehrgeizig: ein regionaler Kooperationsmechanismus, der 2016 ins Leben gerufen wurde und bei dem der chinesische Schwerpunkt darauf liegt, die Lancang-Mekong-Region in das einzubinden, was Peking als „hochwertige Belt and Road Kooperation“ bezeichnet. Es geht also um BRI (Belt and Road Initiative) und die Neue Seidenstraße.

Während sich Wang Yi in Südostasien aufhielt, erlebte Thailand eine Achterbahnfahrt mit einem vom Verfassungsgericht abgesetzten Premierminister und einer brandneuen Ministerpräsidentin: Paetongtarn Shinawatra, die 37-jährige Tochter des äußerst umstrittenen Milliardärs Thaksin Shinawatra, die nicht nur vom König begnadigt wurde, sondern nun auch politisch mit voller Kraft zurück ist.

Thaksin war nach 15 Jahren im Exil für eine Weile nach Thailand zurückgekehrt, nachdem er aus dem Land geflohen war, weil er wegen einer Flut von „politisch motivierten“ Anschuldigungen keinen fairen Prozess bekommen hätte.

Die thailändische Politik – ein hyperkonvolutiver Tanz – neigt sich nun wieder zum Konservativen, wobei Thaksin seine Peu Thai-Partei gegen die Reinkarnation der theoretisch progressiven Move Forward-Partei führt, die Anfang August aufgelöst wurde.

All diese Maßnahmen können, zumindest im Moment, Versuche einer Farb-Revolution verhindern. Das hängt davon ab, was bei den nächsten Wahlen geschieht. Das, was die Konservativen und Monarchisten als „Liberale“ bezeichnen, könnte am Ende die politische Landschaft kontrollieren – ganz auf der Seite Washingtons und darauf bedacht, die engen geopolitischen und geoökonomischen Beziehungen zwischen China und Thailand zu stören.

Weiterlesen: https://seniora.org/politik-wirtschaft/pepe-escobar-das-imperium-schlaegt-zurueck-farbrevolutionen-in-sued-und-suedostasien

PDF: PE20.8.2024

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Siehe auch:

Sheikh Hasina war ein altbewährter Freund

Von M. K. Bhadrakumar

9.8.2024

https://afsaneyebahar.com/2024/08/10/20701372/

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U.S. military base in Bangladesh at the heart of a revolution

The revolution to oust a long-serving leader, who kept the Muslim majority and the Hindu minority in a peaceful coexistence, has opened a new chapter for Bangladesh society.

By Steven Sahiounie

August 21, 2024

https://strategic-culture.su/news/2024/08/21/us-military-base-in-bangladesh-at-the-heart-of-revolution/

PDF: SS21.09.2024

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