Manifest für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland
Wir, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ARD, ZDF und Deutschlandradio, sowie alle weiteren Unterzeichnenden, schätzen einen starken unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland als wesentliche Säule unserer Demokratie, der gesellschaftlichen Kommunikation und Kultur. Wir sind von seinen im Medienstaatsvertrag festgelegten Grundsätzen und dem Programmauftrag überzeugt. Beides aber sehen wir in Gefahr. Das Vertrauen der Menschen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nimmt immer stärker ab. Zweifel an der Ausgewogenheit des Programms wachsen. Die zunehmende Diskrepanz zwischen Programmauftrag und Umsetzung nehmen wir seit vielen Jahren wahr. Wir haben dieses Manifest verfasst, damit unsere Stimme und Expertise zur Zukunft des öffentlich- rechtlichen Rundfunks im gesellschaftlichen Diskurs gehört werden.
Für eine bessere Lesbarkeit verwenden wir überwiegend das generische Maskulinum, wir sprechen explizit alle an.
Unsere Grundsätze
- Meinungs- und Informationsvielfalt
- Ausgewogenheit und Fairness
- Transparenz und Unabhängigkeit
- Förderung von Kultur und Bildung
- Bürgerbeteiligung
- beitragsfinanziert
Weiterlesen: https://meinungsvielfalt.jetzt/manifest.html
Manifest als PDF-Datei: Manifestörf2024
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Erstunterzeichner des Manifests
- Christoph Abée | Designer, Dozent, Komponist, Musiker
- Dr. Michael Andrick | Philosoph und Autor
- Prof. Dr. rer. nat. Gerd Antes | Mathematiker und Methodenwissenschaftler
- Patrik Baab | Publizist, ehem. Redakteur beim NDR
- Isabelle Barth | Schauspielerin, Sprecherin und Künstlerin
- Bastian Barucker | Autor & Wildnispädagoge
- Prof. Kerstin Behnke | Dirigentin
- Frederic Belli | Soloposaunist SWR Symphonieorchester
- Volker Birk | Software-Architekt und Aktivist für Bürgerrechte
- Georg Blank | Kameramann, WDR
- Tom Bohn | Autor, Regisseur, Veranstalter
- Julia Braun | ehemalige feste Freie – ARD-Redakteurin / Kinderfernsehen
- Volker Bräutigam | Journalist und langjähriger Mitarbeiter des NDR (ARD-Tagesschau und NDR-Hauptabteilung Kultur)
- Philine Conrad | Schauspielerin
- Michael Denhoff | Komponist & Cellist
- Dorian Dragoi | Bildgestalter, BR
- Sabine Erbler | Cutterin beim WDR
- Franz Esser | München, Musik-Kabarettist
- Dr. Petra Fischer | bis 2022 rbb
- Silvia Fischer | Szenenbildnerin und ehemalige Radiomoderatorin
- Jens Fischer Rodrian | Musiker, Lyriker, freier Publizist
- Lisa Fitz | Kabarettistin, Schauspielerin
- Jürgen Fliege | ARD Talkshow Moderator i.R.
- Anja Franke | Schauspielerin u. a. im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
- Romanus Fuhrmann | Schauspieler und Sprecher
- Prof. Dr. Ulrike Guérot | Politikwissenschaftlerin und Publizistin
- Gabriele Gysi | Schauspielerin und Regisseurin
- Andreas Halbach | Freier Mitarbeiter ZDF
- Reinhart Hammerschmidt | Freischaffender Musiker im Bereich Neue Musik und Improvisation
- Anny Hartmann | Diplom-Vokswirtin und politische Kabarettistin
- Silke Hasselmann | Deutschlandradio, Landeskorrespondentin für MV
- Andrea Haubold | Orchestermusikerin Berlin
- Carlo Himmel | Schauspieler
- Beate Himmelstoß | ehem. Sprecherin beim BR
- Bianca Höltje | Pädagogin, Beraterin von Schulgründungsinitiativen
- Henry Hübchen | Schauspieler
- Claudia Jakobshagen | Schauspielerin, Sprecherin, RBB
- Luc Jochimsen | ehemalige Chefredakteurin hr-Fernsehen
- Käthe Jowanowitsch | freie Journalistin, Deutschlandfunk und WDR
- Kristof Kannegießer | Kameramann und Autor, RBB
- Corinna Kirchhoff | Schauspielerin
- Carlo Kitzlinger | Schauspieler, Lufthansa Captain AD
- Friedhelm Klinkhammer | ehem. GPR-Vorsitzender im NDR
- Astrid Kohrs | Schauspielerin
- Dieter Korbely | Beirat „Wir sind Medien“ und Medienkritiker
- PD Dr. Axel Bernd Kunze | Erziehungswissenschaftler
- Dr. Norbert Lamm | Virologe & Molekulargenetiker
- Barbara Leitner | über 25 Jahre freie Hörfunkautorin u. a. im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, jetzt Coach und Kommunikationstrainiern (GFK in KiTa und Schule)
- Ulrich Lipka | Radiosprecher DLF Kultur
- Thorolf Lipp | Vorstand Deutsche Akademie für Fernsehen e.V.
- Prof. Dr. Johannes Ludwig | Professor u.a. für Investigativen Journalismus
- Prof. Dr. Christoph Lütge | TU München, ehem. Mitglied des Bayerischen Ethikrats
- Doreen Luther | Technikerin im Hörfunkbetrieb, rbb
- Henrike Madest | ehemalige freie Mitarbeiterin WDR
- Almut Masuth | Musikerin und Agentin
- Uli Masuth | Kabarettist, Komponist, Klavierist
- Prof. Dr. rer. nat. Jörg Matysik | Chemiker, Universität Leipzig
- Prof. Dr. Michael Meyen | Professor für Allgemeine und Systematische Kommunikationswissenschaft an der LMU
- Bettina Minutillo | ehemalige Redakteurin bei Printmedien
- Prof. Dr. Klaus Morawetz | Dresden
- Renée Morloc | Opernsängerin
- Annekatrin Mücke | Freie Journalistin beim rbb
- Jürgen Müller | Rechtsanwalt, Kinderrechte Jetzt e. V., Wir-Gemeinsam-Bündnis
- Maren Müller | Vorsitzende Ständige Publikumskonferenz
- Alessandro Nania Pacino | Schauspieler
- Dr. Cornelia Nenz | ehemalige Vorsitzende des NDR-Rundfunkrates
- Franz Neumeyer | Coach, Initiative Bildungswandel
- Jeana Paraschiva | Schauspielerin und Regisseurin
- Harring Petersen | ehemaliger Produktions-Ingenieur im LFH SH, NDR
- Richard Petersen | Ingenieur im LFH SH, NDR, seit 2022 Rentner
- Christoph Poppen | Dirigent, ehem. Chefdirigent Deutsche Radiophilharmonie, ehem. Leiter ARD-Musikwettbewerb
- Christine Prayon | Kabarettistin (lange Zeit heute-show, ZDF)
- Manuel Rabbe | Creative Director
- Michy Reincke | Musiker
- Martina Reitmann | stellv. Solo-Hornistin der Deutschen Radio Philharmonie, SR
- Alexa Rodrian | Lyrikerin, Musikerin und freie Autorin
- Martin Ruthenberg | ehemaliger Sprecher und Moderator des SWR
- Michael Sailer | Blogger
- Arnd Schimkat | Schauspieler
- Bettina Schmidt | ehemalige Redakteurin DLF-Kultur
- Eva Schmidt | Radio München
- Kathrin Schmidt | Schriftstellerin, Deutscher Buchpreis 2009
- Michael Schmidt | ehem. Redakteur des NDR MV, Mitglied des NDR-Rundfunkrates
- Andrea Schömmel | Aufnahmeleiterin, SWR Baden-Baden
- Prof. DDr. Christian Schubert | Psychoneuroimmunologe, Universitätsprofessor an der Medizinischen Universität Innsbruck
- Christina Schütz | Musikerin
- Dr. Harald Schwaetzer | Philosophisches Seminar, Stuttgart
- Dr. Thomas A. Seidel | Vorstandsvorsitzender des Bonhoeffer-Haus e.V.
- Ole Skambraks | ehemaliger freier Mitarbeiter und Redakteur des MDR, WDR und SWR
- Markus Stockhausen | Musiker, Seminarleiter
- Tim Strecker | Kameramann & Oberbeleuchter
- Dr.-Ing. Beate Strehlitz | Beirat Wir sind Medien und Medienkritiker
- Alina Teodorescu | freischaffende Filmemacherin u. a. im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
- Walter van Rossum | ehemaliger WDR-Autor, Medienkritiker und Investigativjournalist
- Harald von Herget | Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz
- Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach | CHS-Institute
- Raphaël Walter | Cellist
- Andrea Walz | Tontechnikerin, SWR Stuttgart
- Peter Welchering | Wissenschaftsjournalist
- Hans-Eckardt Wenzel | Sänger, Musiker, Autor, Komponist
- Tina Zimmermann | Bildende Künstlerin
sowie 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, deren Unterschriften bei Rechtsanwalt Dr. Harald von Herget (vonherget.ch) hinterlegt sind.
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Auszüge und Eckpunkte des Manifests für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland
AUSGEWOGENHEIT UND FAIRNESS
Die Medien prägen das Menschenbild und das Miteinander in einer Gesellschaft. Fairness und Respekt stehen deshalb im Fokus unseres Handelns, sowohl innerhalb der Funkhäuser als auch im Umgang mit unserem Publikum. Die Mitarbeitenden des neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunks benutzen kein Framing und verwenden keine abwertenden Formulierungen.
MEINUNGS- UND INFORMATIONSVIELFALT
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Alle Ansichten und Perspektiven, die vom Grundgesetz gedeckt sind und die Menschenwürde achten, dürfen frei und ohne Vorbehalte geäußert werden. Minderheitenmeinungen und unbequeme Äußerungen werden gehört, diskutiert und dem Publikum zur freien Meinungsbildung angeboten. -
Bildung und Kultur haben substanziellen Anteil am Programmangebot und werden angemessen budgetiert und personell ausgestattet. -
Lokaljournalismus ist ein wesentliches Fundament des neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
GRÖSSTMÖGLICHE BETEILIGUNG DER BÜRGERINNEN UND BÜRGER
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Das Publikum ist der Souverän des neuen öffentlich- rechtlichen Rundfunks. -
Bürgerinnen und Bürger sind maßgeblich an der Kontrolle von Programm und Finanzen beteiligt. -
Der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk bietet eine Plattform für Austausch und Dialog – ein eigenes soziales Netzwerk, das offene Algorithmen verwendet und nicht mit Nutzerdaten handelt.
UNABHÄNGIGKEIT
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Programmgestaltung erfolgt unabhängig von Einschaltquoten. -
Auf Werbeeinnahmen wird verzichtet. -
Kein Outsourcing von Produktionen und Abteilungen. -
Der neue öffentlich-rechtliche Rundfunk kontrolliert die Politik und nicht umgekehrt. -
Drehtür-Effekte zwischen Politik und neuem öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind dank mehrjähriger Karenzzeiten ausgeschlossen. -
Festanstellungen für alle Mitarbeitenden, die es wünschen, insbesondere für Journalistinnen und Journalisten. -
Weisungs-Ungebundenheit im Hinblick auf Themenauswahl, Themengestaltung und Mitteleinsatz.
TRANSPARENZ
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Die Bezahlung aller Mitarbeitenden einschließlich Führungsposten bis hin zur Intendanz erfolgt strikt nach Tarifvertrag. -
Finanzflüsse jeglicher Art sind transparent und öffentlich einsehbar. -
Interessenkonflikte werden sichtbar und hörbar kommuniziert. -
Kontrollgremien des neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunks tagen öffentlich. Programm- und Auftragsentscheidungen werden dokumentiert und sind einsehbar.
Petition mitzeichnen!
Fühlen Sie sich angesprochen und wünschen auch Sie sich einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk?
Dann unterzeichnen Sie die Petition „Erneuerung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ bei openpetition.de
https://www.openpetition.de/petition/online/erneuerung-des-oeffentlich-rechtlichen-rundfunks
Nutzen Sie noch die öffentlich-rechtlichen Medien?
Falls ja: Löst das bei Ihnen wachsende Unzufriedenheit aus?
Dann sind Sie damit nicht allein!
Auch wir, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ARD, ZDF und Deutschlandradio, vermissen Meinungsvielfalt in der Berichterstattung. Auch wir zweifeln angesichts publik gewordener Skandale an den bestehenden Strukturen der öffentlich-rechtlichen Medien. Doch wir schätzen das Prinzip eines beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks als wichtige Säule von Demokratie und Kultur. Wir sind von seinen Grundsätzen und dem Programmauftrag überzeugt. Beides sehen wir allerdings in Gefahr.
Wir sind Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der öffentlich-rechtlichen Medien aus verschiedenen Regionen des Landes. Wir arbeiten in unterschiedlichen Gewerken, Abteilungen und Redaktionen. Wir sind Programmmacher, Techniker, Sachbearbeiter, Kameraleute, Moderatoren, Sprecher sowie Musiker aus den Rundfunkorchestern und -chören. Uns eint der Wunsch nach Erneuerung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Wir haben uns zusammengetan und ein Manifest für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk entworfen. Damit wollen wir unsere Stimme und Expertise in die Debatte um dessen Zukunft einbringen: einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der sein Publikum ernst nimmt, der Debatten zulässt und ein breites Meinungsspektrum abbildet, ohne zu diffamieren.
Hier geht’s zum Manifest:
https://meinungsvielfalt.jetzt/manifest.html
Auf derselben Website finden Sie unter
https://meinungsvielfalt.jetzt/statements.html
mehr als 50 Statements von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ARD, ZDF und Deutschlandradio, in denen sie von ihrem Arbeitsalltag erzählen. Sie zeigen deutlich, wie fatal sich dort Debattenkultur und Arbeitsklima in den vergangenen Jahren verändert haben.
Wir fordern:
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Rückkehr zu Programminhalten, die den im Medienstaatsvertrag festgelegten Grundsätzen wie Meinungsvielfalt, Pluralität und Ausgewogenheit entsprechen. -
Teilhabe der Beitragszahlenden bei medienpolitischen, finanziellen und personellen Entscheidungen, beispielsweise durch einen Bürgerrat. -
Ein Beteiligungsverfahren, durch das alle relevanten Verbände und Initiativen, die sich für Veränderungen in den öffentlich-rechtlichen Medien einsetzen, eingebunden werden. Eine Möglichkeit ist ein Medienkonvent:
https://daff.tv/wp-content/uploads/2024/02/240227_Medienkonvent_Road_Map.pdf
Begründung
Wir beobachten schwindendes Vertrauen der Menschen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Zweifel an der gebotenen Regierungsferne sind nicht zu überhören. Von vielen wird die immer größer werdende Lücke zwischen Programmauftrag und Umsetzung beklagt. Zugleich ist es immer wichtiger für den demokratisch-gesellschaftlichen Diskurs, vertrauenswürdige öffentlich-rechtliche Medien zu haben.
ARD, ZDF und Deutschlandradio müssen sich wieder stärker auf ihre im Medienstaatsvertrag festgelegten Werte und Grundsätze besinnen und nach ihnen handeln. Transparenz und größtmögliche Bürgerbeteiligung sollen dabei im Zentrum stehen. Nur so kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk wieder an Akzeptanz gewinnen und seiner Bestimmung als wesentliche Säule der Demokratie gerecht werden.
Hier geht’s zum Manifest für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk:
https://meinungsvielfalt.jetzt/manifest.html
Fühlen Sie sich angesprochen und wünschen auch Sie sich einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk?
Dann unterzeichnen Sie bitte diese Petition.
Vielen Dank!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Meinungsvielfalt.jetzt aus Altdorf
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Kontakt:
Für Interviewanfragen oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: