Deutscher Bundestag stimmt über Lieferung von Langstreckenraketen an Kiew ab. Von Gilbert Doctorow (22.2.2024)

Deutscher Bundestag stimmt über Lieferung von Langstreckenraketen an Kiew ab

Von Gilbert Doctorow

22.2.2024

https://gilbertdoctorow.com/2024/02/22/german-parliament-to-vote-on-delivery-of-long-range-air-borne-missiles-to-kiev/

Übersetzung von Andreas Mylaeus

Für Interessierte hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung auf ihrer Website einen Link zur Live-Berichterstattung über die Debatten im Bundestag in dieser Woche über den Ukraine-Krieg und deutsche Waffenlieferungen an Kiew veröffentlicht.

https://www.faz.net/aktuell/bundestag-debattiert-ueber-ukrainekrieg-und-deutsche-waffenlieferungen-19537018.html

Eine Abstimmung wird für nächste Woche erwartet, und einige Beobachter spekulieren, dass das Parlament trotz des Widerstands von Bundeskanzler Olaf Scholz die Lieferung der Taurus-Marschflugkörper mit einer Reichweite 500 km von an die Ukraine genehmigen wird.

Wie nicht anders zu erwarten, haben die Russen die Debatten sehr genau verfolgt. In der gestrigen Ausgabe der Talkshow Der Abend mit Wladimir Solowjow wurde ein vier- oder fünfminütiges Video eines Bundestagsabgeordneten gezeigt, der vor dem Plenum sprach. Seine antirussischen Tiraden wurden mit der gleichen wahnsinnigen Intensität vorgetragen wie die von Hitler bei einer seiner Massenkundgebungen. Er schloss mit der Bemerkung, dass der militärische Sieg über Russland zum nationalen Ziel Deutschlands werden müsse. Wenn dies wie eine Wiederholung des Zweiten Weltkriegs mit einem für Berlin günstigeren Ausgang klingt, dann kann man verstehen, dass Solowjow bei der Präsentation des Videoclips vom Russischen in sein spöttisches Kehlkopfdeutsch gewechselt hat.

Weiterlesen: GD22.2.2024.

Postskriptum, Eilmeldung, 22. Feb. nachmittags: Die Abstimmung über Waffenlieferungen an die Ukraine fand heute Nachmittag statt, und dem Bundestag wurden mehrere Entschließungen vorgelegt. Ein Antrag der CDU-CSU, der ausdrücklich die Taurus-Raketen zu den sofort zu liefernden Waffensystemen zählt, wurde abgelehnt. Ein anderer mit einer eher vagen Formulierung, wonach „Langstreckenwaffen“ an die Ukraine geliefert werden sollen, wurde mit 382 zu 284 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen. Was genau geliefert werden soll, ist unklar.

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Siehe auch:

Antrag der Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP

Zehn Jahre russischer Krieg gegen die Ukraine –

Die Ukraine und Europa entschlossen verteidigen

Deutscher Bundestag Drucksache 20/10375

20. Wahlperiode 20.02.2024

https://dserver.bundestag.de/btd/20/103/2010375.pdf

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„Russland muss verlieren“

Bundestag fordert Sieg der Ukraine über Russland, während Kiew herbe militärische Rückschläge hinnehmen muss. Berlin bindet Zivilgesellschaft in Kriegsvorbereitungen ein. Gewerkschaften bremsen Widerstand aus.

Von German-Foreign-Policy.com

23.2.2024

https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9494

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Der Aufruf der CDU zum Krieg gegen Russland

Von Thomas Röper

23.2.2024

https://apolut.net/der-aufruf-der-cdu-zum-krieg-gegen-russland-von-thomas-roeper/

https://apolut.net/der-aufruf-der-cdu-zum-krieg-gegen-russland-von-thomas-roeper//?print-posts=pdf

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„Nord Stream Drei“ und die russische Einnahme von Awdejewka

Von Gilbert Doctorow

20.2.2024

Übersetzung von Andreas Mylaeus

https://afsaneyebahar.com/2024/02/22/20698232/

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Mobilisierung in der Ukraine: Keine Männer, kein Geld

Dringend sucht die ukrainische Führung, die am militärischen Sieg festhält, wehrfähige Männer, aber es gibt ein demografisches Dilemma und eines zwischen Verteidigung und Wirtschaft.

Von Florian Rötzer

22.2.2024

https://overton-magazin.de/top-story/mobilisierung-keine-maenner-kein-geld/

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Ein geschichtlicher Hinweis:

Goebbels Sportpalast Speech – 18 February 1943

German WWII Archive

https://www.youtube.com/watch?v=vUuoKelrHvU

After the disaster of Stalingrad in late 1942/early 1943, the retreat in Africa and the loss of Kursk (8 February), Rostov-on-Don (14 February), and Kharkiv (16 February), the German public was shocked and was beginning to see that the war was turning against Germany.

Joseph Goebbels, the Nazi-Propaganda minister held, as a reaction to these losses, two speeches in the Sportpalast (Sport palace), a large indoor hall in Berlin. The first one was on January 30th, the anniversary of the Seizing of power, and the second one, the one thats shown in this video, was held of February 18th, 1943.

In it, Goebbels proposed three thesis to his audience:

  1. If the Wehrmacht would not be able to stop the Red Army, Bolshevism would overrun Germany and then Europe.
  2. Only the German Wehrmacht and its allies have the necessary strenght to stop the Red Army.
  3. Danger is imminent. Action must be taken quickly and thoroughly, otherwise it will be too late.

He then described the „total war“ measures that had been taken and have to be taken, including longer work hours, freeing soldiers for the front and using more women in the war industry.

He closed his speech with his famous 10 question he asked his audience, including his famous line „Do you want total war?“ This speech would turn out to be Goebbels‘ most famous one, perhaps the most famous speech from Nazi Germany, as it shows both the radicalism with which Germany would wage the rest of the war, and also because it is generally regarded as a showcase of how Nazi propaganda works.

Unlike other speeches, which were usually written by his staff and then only edited by him, Goebbels wrote this speech completly alone. The audience was handpicked, and their every move was rehearsed- no applause, cheering or even interruptions by single members of the audience were coincidental. The speech was printed in newspapers, but there are some differences in the printed and broadcasted version of this speech, see the pinned comment for explanations.

Goebbels later said that this was the best audience one could find in Germany.

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