Sinkendes Vertrauen in eine friedliche Zukunft . Von Wolfgang Effenberger


„[…] Mit EX-General Ben Hodges sprach das britische Boulevard-Medium Daily Mail über ein von BILD am 14. Januar 2024 veröffentlichten Geheimdokument der Deutschen Bundeswehr, aus dem hervorgehen soll, dass sich Deutschland auf einen Krieg mit Russland vorbereitet. Diesen Schluss lässt ein detailliertes Szenario zu, dass das Verteidigungsministerium Monat für Monat erstellt hat und das im Februar 2024 beginnt und bis Mai 2025 reicht. Demnach könnte Russland die baltischen Staaten destabilisieren und den Suwalki-Korridor bedrohen, nachdem es gegen die Ukraine in die Offensive gegangen ist, und so eine große Sicherheitskrise auslösen.

Der Zeitpunkt dieses Lecks liegt knapp zwei Monate nach dem Vorschlag des deutschen NATO-Logistikchefs, Generalleutnant Alexander Sollfrank, ein “militärisches Schengen” zu schaffen, um den Transport solcher Ausrüstung innerhalb der EU zu optimieren. Kurz darauf, Mitte Dezember, unterzeichnete Deutschland eine lang erwartete Vereinbarung über die Stationierung einer Panzerbrigade in Litauen, die hier als erster Schritt in Richtung der oben genannten Pläne analysiert wurde, indem das von Deutschland unterstützte Polen von Donald Tusk in dieses Vorhaben eingebunden wurde.(12)

In diesem Bundeswehr-Papier wird offenbar skizziert, wie ein «Weg in den Konflikt» zwischen Russland und dem westlichen NATO-Bündnis aussehen könnte:
  • „Februar 2024: Russland startet eine erneute Mobilisierungswelle und rekrutiert weitere 200’000 Menschen für die Armee. Wegen der unzureichenden, westlichen Unterstützung für die Ukraine lanciert der Kreml dann eine gross angelegte Frühjahrsoffensive.
  • Juni 2024: Die russische Offensive ist erfolgreich und drängt die ukrainische Armee zurück.
  • September 2024: Russland provoziert Aggressionen gegen ethnische russische Minderheiten in Estland, Lettland und Litauen. Es kommt zu Zusammenstössen, die Russland als Vorwand für ein gross angelegtes Manöver («Zapad 2024») im Westen des Landes und in Belarus nutzt.
  • Oktober 2024: Russland verlegt Truppen und Mittelstreckenraketen nach Kaliningrad und rüstet seine Enklave mit Propagandalügen über einen bevorstehenden NATO-Angriff weiter auf.
  • Dezember 2024: Das grosse Ziel von Russland ist die Eroberung der Suwalki-Lücke zwischen Belarus und Kaliningrad. Dort soll es zu einem künstlich geschaffenen «Grenzkonflikt» und «Unruhen mit zahlreichen Toten» kommen.
  • Januar 2025: Eine Sondersitzung des NATO-Rates findet statt, bei der Polen und die baltischen Staaten von einer wachsenden Bedrohung durch Russland berichten.
  • März 2025: Unter dem Vorwand einer NATO-Bedrohung verlegt Russland zusätzliche Truppen in Richtung der baltischen Staaten und nach Belarus.
  • Mai 2025: Die NATO beschliesst «glaubwürdige Abschreckungsmassnahmen», um Russland daran zu hindern, die Suwalki-Lücke von Belarus und Kaliningrad aus anzugreifen.
  • Sommer 2025: Am «Tag X» befiehlt der NATO-Oberbefehlshaber die Verlegung von 300’000 Soldaten an die Ostflanke, darunter auch 30’000 Bundeswehr-Soldaten. Wie es dann weitergehen könnte, wird nicht mehr erläutert.(13)
Während der Kreml das Dokument unmittelbar zurückwies, wollte das deutsche Verteidigungsministerium die geleakten Geheim-Informationen nicht kommentieren. Die lapidare Antwort des Ministerium-Sprechers gegenüber der BILD Zeitung:

„Grundsätzlich kann ich Ihnen mitteilen, dass die Betrachtung unterschiedlicher Szenarien – und seien sie auch extrem unwahrscheinlich – zum militärischen Alltagsgeschäft gehören, insbesondere in der Ausbildung“.(14)

Für Planspiele und Ausbildungsvorhaben auf taktischer Ebene mag das richtig sein. In Großmanövern wird jedoch die Realität auf den Prüfstand gestellt. Das kann zurzeit mit dem rund vier Monate dauernden Großmanöver “Steadfast Defender” (Februar 2024 bis Ende Mai 2024) beobachtet werden. […]“


Sinkendes Vertrauen in eine friedliche Zukunft

Von Wolfgang Effenberger

1.2.2024

Anfang Januar 2024 berichtete Ex-First-Lady Michelle Obama im Podcast “On Purpose” des britischen Life Coachs Jay Shetty von ihrer großen Angst vor dem Ausgang der kommenden US-Wahlen und ihren schlaflosen Nächten: „Mir graut vor dem, was womöglich passieren könnte“.(1) Für sie stehe die Demokratie auf dem Spiel.(2)

Wenn es stimmt, dass sie schlaflose Nächte hat, dann hat sie wohl eher davor Angst, dass ihr Mann Barack, der 2009 mit dem Friedensnobelpreis dekoriert wurde, für die von ihm befohlenen Morde per Drohne zur Verantwortung gezogen werden könnte.

Während seiner Präsidentschaft gab es zehnmal mehr Luftangriffe im verdeckten Krieg gegen den Terror als unter seinem Vorgänger George W. Bush. Allein in seinem ersten Amtsjahr hat Obama mehr Angriffe befohlen als Bush in seiner gesamten Amtszeit. Insgesamt 563 Angriffe, größtenteils durch Drohnen, richteten sich während der beiden Amtszeiten Obamas gegen Pakistan, Somalia und Jemen, verglichen mit 57 Angriffen unter Bush. Zwischen 384 und 807 Zivilisten wurden dabei in diesen Ländern getötet.(3)

Auf Druck der Öffentlichkeit hat das Weiße Haus im Juli 2016 die lange erwarteten Zahlen der zwischen Januar 2009 und Ende 2015 bei Drohnenangriffen getöteten Menschen veröffentlicht. Die von den USA geschätzte Zahl der getöteten Zivilisten – zwischen 64 und 116 – steht jedoch in starkem Kontrast zu der vom FBI ermittelten Zahl, die mit 380 bis 801 sechsmal höher liegt.

Darin nicht enthalten sind die Todesfälle auf aktiven Schlachtfeldern wie Afghanistan, wo die US-Luftangriffe stark zugenommen haben, seit Obama Ende 2014 den Großteil seiner Truppen abzog. Allein 2016 wurde Afghanistan allein 1.337 mal von den USA bombardiert, – ein Anstieg um 40 % gegenüber 2015.(4)

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oder: WE1.2.2024

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Weitere Schriften von Wolfgang Effenberger

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Siehe auch:

Wird 2024 in die Geschichte eingehen?

Von Wolfgang Effenberger

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